Montag, 5. Juni 2017

Buchbesprechung: A Game of Thrones von George R. R. Martin

A Song of Ice and Fire von Georg R. R. Martin: Band 1: A Game of Thrones

Genre: High Fantasy
Seitenzahl: 819 Seiten
Diese Buchbesprechung bezieht sich auf Teil 1 einer Gesamt-E-Book-Ausgabe mit dem Titel "A Game of Thrones: The Story Continues Books 1-5: A Game of Thrones, A Clash of Kings, A Storm of Swords, A Feast for Crows, A Dance with Dragons (A Song of Ice and Fire)"


Klappentext 
(entnommen von der deutschen Ausgabe "Die Herren von Winterfell")
Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!
(entnommen von der deutschen Ausgabe "Die Erben von Winterfell")
Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um Robert als Berater und Stellvertreter zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – aber die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann ...

Das Leseerlebnis
Vorab: Ich habe mich bewusst dazu entschieden, diesen Artikel nicht "Rezension" zu nennen, sondern "Buchbesprechung", denn das Buch wurde sicher schon mehr als einmal und von wesentlich fachkundigeren Menschen als mir rezensiert. Ich möchte hier lediglich auf das eingehen, was ich selbst beim Lesen empfunden habe und dabei meine ganz persönlichen Gedanken in Worte fassen.

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mir ein solch umfangreiches Werk überhaupt antun sollte, zumal ich alle bisher erschienen Folgen der TV-Serie schon mehr als einmal mit großer Begeisterung angeschaut habe. Die vielen Seiten, das Genre "High Fantasy" und die zahlreichen verschiedenen Protagonisten haben mich abgeschreckt, denn - ich habe es oft genug erwähnt - ich bin nicht die schnellste Leserin. Häufige, auch längere, Pausen lassen mich schnell aus dem Lesefluss kommen, wenn eigene Projekte wieder einmal Priorität haben. Schließlich habe ich mich aber doch getraut und es keine Sekunde bedauert.

Ich muss dazu sagen, dass ich glaube, dass dies einer der wenigen Fälle ist, in denen es sogar hilfreich war, die TV-Serie vor dem Buch zu kennen. Denn so waren die vielen Charaktere für mich kein Problem mehr, jeder hat sein Gesicht in meinem Kopf. Vor allem die Tatsache, dass es viele Passagen gibt, die eins zu eins aus dem Buch ins Fernsehen übernommen wurden, half dabei, die Bilder im Kopf neu entstehen zu lassen. Ich höre während des Lesens förmlich Tyrions Stimme, wie er zynisch und doch nie mutlos seine trockenen Kommentare abgibt. Ich sehe Joffreys Milchbubi-Gesicht, wenn er seine grausamen Befehle erteilt. Ich höre Aryas Lachen, wenn sie mit ihrem "Tanzlehrer" den Schwertkampf übt oder sogar Jaqen mit seinen eigenen Worten schlägt.

Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen während des Lesens ist es, wortwörtliche Zitate zu finden, die in der Serie genau wie im Buch vorkommen. Da ich sowohl das Buch als auch die Fernsehserie in der Originalsprache lese bzw. anschaue, stimmen die Dialoge oft bis aufs Komma genau und ich habe mich sogar schon dabei erwischt, die Stelle im Film genau zu suchen und sie gezielt noch einmal anzusehen, nachdem ich sie gelesen hatte. Manchmal hilft das Buch, den Film besser zu verstehen und dann wieder ist es genau umgekehrt.

Zum Ende des ersten Bandes hin gehen die Umsetzung von Buch und Film dann doch etwas auseinander, das Buch ist - wie es zu erwarten war - deutlich ausführlicher und an einigen Stellen habe ich sogar die Fernsehversion als gelungener empfunden. Sie haben es eben einfach drauf, wenn es darum geht, Drama und Spannung zu erzeugen. So fand ich zum Beispiel die Szene, als Daenerys ihrem versprochenen Ehemann Khal Drogo zum ersten Mal begegnet, in der filmischen Umsetzung beeindruckender als im Buch.

Tiefe Hochachtung habe ich vor dem Schreibstil des Autoren, bei dem mir kein einziges Wort überflüssig vorkommt. Obwohl er ausschweifend erzählt, hat man das Gefühl, dass man jedes einzelne Wort auch lesen sollte, um nichts zu verpassen. Seine Fähigkeit, jedem Charakter eine eigene Stimme zu verleihen, der Leserin die Möglichkeit zu geben, sie schon an der Art zu sprechen zu erkennen, ehe die Szene enthüllt, wer gerade im Mittelpunkt steht, ist faszinierend.

Entgegen meiner eigenen Erwartung habe ich das erste Buch innerhalb von dreieinhalb Wochen beendet. Das entspricht immerhin über 800 Seiten. Mit Band zwei werde ich heute noch beginnen und ich bin schon jetzt gespannt darauf.

Wer jetzt findet, dass ich mich wie ein Nerd benehme, der hat recht. Ja, ich bin vollkommen und ohne Aussicht auf Heilung dem Game of Thrones Virus verfallen. Und ich genieße jede Minute! ;)

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