Samstag, 13. Mai 2017

Buchrezension: Das Haus der Bücher von Michael Paul


Das Haus der Bücher von Michael Paul

Genre: Historischer Roman
Seitenzahl: 376 Seiten
Erhältlich als E-Book, Taschenbuch und Hard Cover

Klappentext: 
"Ich wollte nie wieder an das Geschehene erinnert werden und das Buch verbrennen. Doch Bücher kann man nicht mit Feuer vernichten! Sie überdauern das!" Konrad Gallinat, Buchhandelsgehilfe im Roman

Königsberg 1933 - Wilhelm Kirchner, der Inhaber der größten Buchhandlung Europas, wird von der geplanten Bücherverbrennung der Nazis herausgefordert. Gemeinsam mit seiner Nichte Emma und den beiden Mitarbeitern Konrad und Otto versucht er, so viele indizierte Bücher wie möglich zu retten. Aber auch ein geheimer literarischer Schatz soll vor dem Zugriff der Häscher versteckt werden. Doch schon bald sind die Buchhandlung, er selbst und seine Kollegen in größter Gefahr. Es beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.

Michael Paul nimmt seine Leser nach dem erfolgreichen Debütroman "Wimmerholz" diesmal mit in das alte Königsberg und das einzigartige "Haus der Bücher" am Paradeplatz.

"Ein spannender Roman voller historischer Realität. Handlung und Personen sind frei erfunden, die Geschichte hinter den dramatischen Geschehnissen aber ist erschreckend wahr und kann jederzeit wieder aktuell werden."
Jan Wiesemann, Verlag Gräfe und Unzer, München

Mit alten Fotografien der damaligen Buchhandlung, Informationen zum historischen Hintergrund und einem Vorwort von Arno Surminski.

Der erste Eindruck
Hard Cover sind heutzutage selten geworden und gerade bei Selfpublishern eine echte Ausnahme. Allein die Tatsache, dass es das Buch auch als Hardcover gibt, ist schon ein Aspekt, der dieses Werk besonders hochwertig aussehen lässt. Das Cover zeigt den Ledereinband eines Buchs, das in der rechten Ecke Feuer gefangen hat. Und zeigt damit genau, worum es geht: Um die Bücherverbrennungen in der NS-Zeit. Die warmen Farben und geradelinige Schrift dienen dabei als Blickfang. 

Das Leseerlebnis
"Das Haus der Bücher" ist ein Roman und somit eine frei erfundene Geschichte. Trotzdem hält der Autor sich streng an die geschichtlichen Ereignisse in Königsberg im Jahr 1933, als die Nazis die Verbrennung zahlreicher Bücher anordnete, um "deutsches Kulturgut zu wahren". Das "Haus der Bücher" war eine Buchhandlung des Verlags Gräfe und Unzer in Königsberg, die später in München wiedereröffnet wurde. Mit Mut, Gewitztheit und der Hilfe einiger Freiwilliger, machen sich die Protagonisten des Buchs, der Direktor der Buchhandlung, seine Nichte und ausgewählte Mitarbeiter, an die schwierige Aufgabe, so viele Bücher vor den Flammen zu retten wie möglich. Dass sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzen, ist ihnen klar, doch ihre Liebe zu den Büchern ist größer als die Angst vor den Nazis. Wie der Autor es dann schafft, die Grausamkeit der Nazis, die Dummheit und Arroganz vieler und den Mut und die Verzweiflung einiger weniger im Buch umzusetzen, ist mehr als gelungen. Er erzählt in einem unaufgeregten Ton, übertreibt nichts, aber lässt auch nichts aus. Angst, Hoffnung, Verzweiflung und Glück liegen dicht beieinander und zum ersten Mal seit langem hat es ein Buch geschafft, mich zu Tränen zu rühren. Ganz besonders gelungen ist das Ende, das ohne kitschig zu werden, einen befriedigen Abschluss für seine Leser bietet. 

Fazit
Ein schwer verdauliches Thema, ein Buch, das man nicht einfach nur nebenher zum Zeitvertreib liest. Mit Emotionen gespickt regt diese Lektüre zum Nachdenken an und erinnert an Zeiten, die man nie wieder erleben will. Insbesondere in der heutigen Zeit, in der Zivilcourage wieder immer wichtiger wird, ein Werk, das ich voll und ganz empfehlen kann. 

Aktuelles über den Autor findet Ihr auf: 

Michael Paul auf Facebook
Gründer der Autorenvereinigung "Bunte Hunde"
Michael Paul ist noch bis 25. Juni 2017 auf deutschlandweiter Lesereise


(c) Pixabay
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