Samstag, 18. März 2017

10 Lesertypen - Eine nicht ganz ernst zu nehmende Liste

... eine nicht ganz ernst zu nehmende Liste



Der Buchmessie
Der Buchmessie will so viele Bücher wie möglich besitzen, ungeachtet der Zeit, die er benötigt, um diese alle zu lesen. Er hortet Bücher um des Besitzens Willen und lebt seinen Fetisch für schöne Cover hemmungslos aus. Sein Stapel ungelesener Bücher (SuB) türmt sich haushoch neben seinem Leseplatz, oft auch im Rest der Wohnung. Rezensionen schreibt er gerne, wenn er denn die Zeit findet, ein Buch zu lesen.

Der Buch-Weg-Atmer
Was Binge-Watching bei TV-Serien ist, ist das Buch-Weg-Atmen bei Büchern. Dieser Leser ist so gefesselt von seiner Lektüre, dass er das Buch erst aus der Hand legt, wenn eine Naturkatastrophe über ihn hereinbricht oder die letzte Seite gelesen ist. Nicht alle Schnellleser schreiben Rezensionen, aber wenn sie es tun, loben sie vor allem die Spannung, die sie ans Buch gefesselt hat.

Der Fan
Wenn der Fan einmal einen Autor für sich entdeckt hat, kann ihn nichts mehr davon abbringen, dessen Bücher zu kaufen und zu verschlingen. Seine Rezensionen sind pure Lobeshymnen, die der Seele des Autoren gut tun. Der Autor ist jedoch gut beraten, möglichst schnell für Nachschub zu sorgen, wenn er sich den Zorn des Fans nicht zuziehen will.

Der Genre-Springer
Der Genre-Springer probiert gerne Neues aus und liest querbeet. Er empfindet genretypische Elemente als herausragend und abwechslungsreich, versteht manchmal die Dinge aber auch völlig anders, als sie gemeint waren. Ungereimtheiten fallen ihm eher auf, da er nicht mit Erwartungshaltung an die Lektüre herangeht. Seine Rezensionen sind ungewöhnlich und manchmal strenger als geplant.

Der Genre-Treue
Der Genre-Treue liest ein einziges Genre und verlässt dieses niemals und unter keinen Umständen. Er ist schwer zu überraschen, dafür versteht er aber auch wenig ausformulierte Andeutungen. Seine Rezensionen tendieren dazu, überschwänglich zu loben, was im Buch das Genre gut getroffen hat.


Der Gentle-Leser
Der Gentle-Leser genießt seine Lektüre und schweigt. Er macht nicht viel Aufsehen um seine Buchschätze, sondern zieht sich mit ihnen allein zurück. Er sucht weder den Kontakt zu Autoren noch zu anderen Lesern. Rezensionen schreibt er nicht, im Glauben, dass seine Meinung niemanden interessieren wird. Er weiß nichts von der Macht, die er hat, einen Autor zum Weiterschreiben zu bewegen.

Der Kritiker
Der Kritiker liest ein Buch mit dem Ziel, Fehler zu finden. Diese konstruiert er auch wenn nötig, aber hundertprozentig perfekte Bücher gibt es für ihn ohnehin nicht. Er schreibt Rezensionen ungefragt und in aller Härte und Ehrlichkeit, die Welt will seine Meinung schließlich erfahren. 

Der Notoriker
Der Notoriker liest ein Buch auf der permanenten Suche nach Rechtschreibfehlern. Mit einem strengen Blick auf Lektoren und Korrektoren mahnt er in Rezensionen die Nachlässigkeit des Werks an, vergisst aber im Normalfall nicht zu erwähnen, dass die Geschichte ihn trotz allem unterhalten hat.


Der Redner
Der Redner möchte sich über das Gelesene austauschen. Egal ob Autor oder andere Leser, in ausführlichen Diskussionen werden die Höhepunkte und Schwächen eines Buchs detailliert unter die Lupe genommen, diskutiert und ausgewertet. Wortreiche Rezensionen zu schreiben ist ihm ein persönliches Bedürfnis.

Der XXL-Leser
Für den XXL-Leser können Bücher nicht dick genug sein. Unter 500 Seiten fängt er gar nicht erst an. Alles darunter sind Kurzgeschichten, die ihn nur in der Bahn oder im Wartezimmer zum Lesen verleiten können. Er verschwindet regelmäßig lange Zeit von der Bildfläche, um seinen neuesten Wälzer zu genießen. Rezensionen beziehen sich vor allem auf die Länge des Lesespaßes. 






Kommentare:

  1. Ich bin eine gute Mischung aus dem Büchermessie,dem Genre-Treue und ein kleinen Hauch vom vom Genre-Springer...
    Ich finde die Mischung echt toll...��

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    1. Ich bin auch eine wilde Mischung aus: Genre-Treuer und Genre-Springer. Ein klitzekleines bisschen Notoriker bin ich auch, allerdings nicht ganz so vehement wie im Beispiel genannt und früher, als ich meine Freizeit ausschließlich mit Lesen verbrachte, war ich auch XXL-Leser. ;)

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  2. Ohne Zweifel XXL-Leser mit einer großen Portion Buchwegatmer und einer kleinen Prise Buchmessie. ^^

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