Donnerstag, 23. Februar 2017

Warum Rezensionen so wichtig sind oder wie ein kleiner Traum wahr wurde

Vorgestern hat mich eine Nachricht erreicht, die sofort in Schnappatmung meinerseits ausartete. POSITIVE Schnappatmung wohlgemerkt! Aber fangen wir mal von vorne an: 

Schnappatmungssyndrom bei Autoren

Schon kurz nach der Veröffentlichung meines ersten Buchs begab ich mich auf Klinkenputztour und habe in mehreren kleinen Buchhandlungen in meiner Umgebung in Berlin gefragt, ob sie mein Buch vielleicht in ihr Sortiment aufnehmen wollen. Die Erfahrungen, die ich mit dieser Aktion sammeln durfte, waren durchwachsen. Während mich ein Buchhändler quasi auf die Straße setzte und mit Schimpftiraden über die bösen Selfpublisher und ihre Amazon-Liebe förmlich raus schmiss, waren andere wenigstens freundlich, aber trotzdem nicht gewillt, ein Buch aus einem Kleinverlag (immerhin das!) aufzunehmen, ohne je zuvor von der Autorin gehört zu haben.

Nur eine Buchhandlung war damals sofort bereit, mein Buch auf Kommission im Laden zu übernehmen: Die Buchhandlung am Schäfersee erhielt ein Buch von mir und sobald es verkauft wird, bestellen sie eines nach. Sie führen nun auch mein zweites Buch Verlassener Stern auf Kommission in ihrem Sortiment. Außerdem kann man dort meine Bücher mit Widmung und signiert ohne Versandkosten kaufen.

Meine Motivation, weitere Buchhandlungen abzuklappern, wurde aber durch die meisten Erlebnisse ziemlich gedämpft und so hatte ich das Thema eigentlich schon abgehakt. 

Bis zu dem Tag, als mich auf Facebook die PN einer Bloggerin erreichte. Lisa von Lisas Bücherleben kenne ich nicht nur von dem Interview, das sie mir hier auf dem Blog gegeben hat, sondern auch von unserer gemeinsamen Blogtour zu Verlassener Stern, bei der sie einen Thementag übernahm und einen Artikel über Fernbeziehungen beisteuerte. Lisa gehört zu meinen treuesten Leserinnen und ich bin sehr froh, dass sie meine Bücher über den Umweg meiner Interview-Reihe "Immer wieder Dienstags" gefunden hat. 

Jedenfalls tickerte Lisa mich an und fragte bedeutungsschwanger, ob ich säße. Ein klein wenig ging mir bei der Frage schon die Pumpe... Was mochte sie mir erzählen wollen? Wenn ich mich dafür setzen sollte, konnte es dann etwas Positives bedeuten?? Zögerlich tippte ich ein "Ja, schieß los" ein und starrte gebannt auf den Bildschirm, wo mir drei kleine Punkte fröhlich hüpfend zeigten, dass am anderen Ende geschrieben wurde. Und dann erschien dieser Text: 

"... vielen Dank für diese netten Zeilen. Wir freuen uns sehr, dass Sie sich bei uns wohlfühlen. Das ist für uns das schönste Kompliment überhaupt. Herzlichen Dank für diesen tollen Buchtipp. Die Besprechungen sind wirklich sehr positiv. Wir haben entschieden, den Titel bei uns ins Sortiment zu nehmen. Das ist eher ungewöhnlich, da wir sehr selten „Book on demand“ ins Sortiment aufnehmen. (Diese Titel sind nicht in einer gebundenen oder Taschenbuch Form erschienen, sondern jedes Buch wird immer nur bei Bestellung als Einzelexemplar hergestellt). Das sieht der Kunde nicht, sondern ist nur an der längeren Lieferzeit sichtbar. Wir freuen uns über die Kommunikation mit Ihnen und wünschen Ihnen viele schöne Leseerlebnisse."

Es war wirklich gut, dass ich saß, denn meine Knie wurden augenblicklich margarineweich (ja, Margarine, ich bin schließlich vegan). 

"Von wem kommt das?", fragte ich atemlos - wobei ja die Fähigkeit zu Atmen zum Glück bei einer PN keine Rolle spielt. 

"Das hat mir die Buchhandlung Rombach auf meine Anfrage, ob sie deine Bücher führen, geantwortet. Es ist die größte Buchhandlung in Freiburg, größer noch als Thalia."

Mittlerweile war ich selbst zum Tippen zu sprachlos und starrte nur noch Löcher in meinen Monitor. 

"Hallo? Mona? Bist du noch da?"

"Ja - eek" Ich glaube, man konnte mein kleines Krächzen sogar lesen, aber sicher bin ich mir nicht. Meine Stimme versagte jedenfalls ... 

"Herzlichen Dank für diesen tollen Buchtipp." - Toller Buchtipp ... Die meinen wirklich MEINE Bücher? <Herz an Hirn: Kapier es endlich, die meinen uns!> <Hirn an Herz: Ach hör doch auf!>

"Wir haben entschieden, den Titel bei uns ins Sortiment zu nehmen." - Der Satz hallte in meinem Kopf nach und tanzte auf meinem Sehnerv eine Polka. Immer noch sprach- und atemlos.

"Das ist eher ungewöhnlich, da wir sehr selten „Book on demand“ ins Sortiment aufnehmen." - Die machen das also nicht immer, irgendwas an meinen Büchern muss sie tatsächlich überzeugt haben ... <Hirn an Mona: Jetzt werd' aber nicht übermütig!>

"Die Besprechungen sind wirklich sehr positiv." - <Mona an Hirn: Maul halten. Setzen. Sechs!>

Die Erkenntnis sickerte langsam in mein Bewusstsein und ich fing an zu glauben, was meine Augen mir weismachen wollten. Meine Bücher im Buchhandel! Und das nicht nur aus purem Gefallen, sondern aus Überzeugung!

Und wem hab ich es zu verdanken?! EUCH, meinen Leserinnen und Lesern und vor allem denen unter euch, die mir insbesondere für den Verlorenen Stern mittlerweile 40 großartige Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4,8 Sternen hinterlassen habt! Dank eurer positiven Worte fiel das Buch auf und ist nun in einer richtigen Buchhandlung gelandet! So mitten drin bei all den berühmten Büchern von dicken Verlagen! 

Ein Teil der Fantasy-Abteilung in der Buchhandlung Rombach in Freiburg
Hier ziehen bald auch die Bo'othi ein! <3
Foto (c) Lisa Helmus

Dafür möchte ich euch danken! Ein Buch lebt nur von seinen Lesern und Ihr seid es, die ihm zu Erfolg verhelfen - oder auch nicht. Es steht in eurer Macht, ein Buch groß zu machen - egal ob mit oder ohne Verlag im Rücken! Der Kunde ist König, das gilt auch für den Buchmarkt.  

Darum noch einmal mein Appell an alle Leserinnen und Leser da draußen: Egal welches Buch Ihr lest, egal ob eure Meinung positiv oder begründet negativ ist, egal ob Ihr viel oder wenig dazu zu sagen habt: Schreibt eine öffentliche Bewertung auf Amazon. Auch wenn ein Buch dort nicht gekauft wurde, kann es dort bewertet werden. Und auch wenn man Amazon nicht unterstützen möchte, unterstützt man damit den Autor oder die Autorin und - wie man an meinem Fall sehen kann - manchmal sogar den stationären Buchhandel! 

In diesem Sinne wage ich noch einmal einen kleinen Aufruf: Auch mein "Verlassener Stern" sehnt sich nach Bewertungen. Während ich mich über die freue, die bereits eingegangen sind, würde ich mich doch auch über noch ein paar Sternchen freuen, denn noch steckt Band 2 in den Kinderschuhen! 

Wer das Buch noch nicht gelesen hat, hat übrigens noch bis 26.02.2017 die Gelegenheit, sich zur Leserunde bei Lovelybooks anzumelden. Es gibt 10 Bücher zu gewinnen, aber Ihr könnt auch mit einem eigenen Exemplar teilnehmen! Ich freue mich auf euch! 


Kommentare:

  1. Ich freue mich für dich und hoffe, dass auch ich eines Tages so viel Glück habe :0)
    Herzliche Grüße
    Katy

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    1. Immer ein Schritt nach dem anderen und nie die Hoffnung verlieren. Wir bewegen uns auf einem langatmigen Markt - einfach durchhalten! Wünsche dir viel Glück! LG Mona

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  2. Liebe Mona,
    ich gratuliere dir ganz herzlich und freue mich für dich mega! *_* Die Buchhandlung in Freiburg ist auch super groß und bietet einiges <3
    Wie cool das ist!!
    Waah!! *_* Und Verlorener Stern hat es sowas von mega verdient! Band 2 steht auf der WuLi, wird bald geholt und dann natürlich auch rezensiert ;)

    Liebste Grüße und genieß dieses Wissen, dass Freiburg deine Bücher bald hat *__* Finde ich einfach nur genial <3

    Lizzy von buchmelodie

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    1. Vielen Dank, Lizzy. Eigendlich sollte ich mal nach Freiburg fahren... So viele kennen diese Buchhandlung und sind begeistert. Ich war noch nie dort. LG Mona

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  3. Na meinen herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Erfolg. Es ist schon schade, dass Autoren, die nicht so bekannt sind, so selten das Glück haben, ihre Bücher außerhalb von FB und ähnlichem vorzustellen. Viel Erfolg auch für dein zweites Buch.
    Liebe Grüße
    Heike Rissel

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    1. Vielen Dank, Heike! Ja, es ist ehrlich nicht einfach und ohne die Unterstützung von lasern sogar unmöglich. LG Mona

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  4. Herzlichen Glückwunsch, Mona. <3 Danke an alle Rezensionsschreiber.
    Viel Erfolg bei deinen weiteren Projekten.
    Beste Grüße
    Alex Richter

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  5. Das ist doch mal eine tolle Entwicklung. Herzlichen Glückwunsch

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  6. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  7. Für die überwiegende Zahl der Selfpublisher ist es vermutlich ein mühevoller Weg sein Buch bekanntzumachen. Dann geht man statt Jacobsweg die Ochsentour, putzt ziemlich viel Klinken um eine „Location“ zu bekommen, hängt den Hinweis zur Lesung sogar beim Fischhändler auf dem Wochenmarkt aus, beim Weinhändler seines Vertrauens und dann freut dann über jedes Haupt dass zur Lesung kommt. Klein-klein also. Schritt für Schritt. Ein langwieriges Unterfangen. Und doch sicherlich wirkungsvoll.
    Nun liegt es in einer Buchhandlung.
    Klein-klein also. Schritt für Schritt. Ein langwieriges Unterfangen. Und doch sicherlich wirkungsvoll.
    Mir kommt dieser Text in den Sinn, der mir irgendwie sehr ins Bild paßt:
    „Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise“.
    Danke für Deinen Bericht. Ich freue mich für Dich. Dieter Jobst; www.Aubacke.eu

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