Donnerstag, 29. Dezember 2016

Buchrezension: Lesereise in den Tod von Jürgen Schmidt

Lesereise in den Tod von Jürgen Schmidt

Genre: Krimi
Seitenzahl: 200 Seiten
Erhältlich als Print und E-Book in allen gängigen Shops
Verlag: edition oberkassel

Klappentext: 
Der jungen Autorin Mona ist jedes Mittel recht, ihre Karriere zu forcieren. Selbstbewusst gibt sie vor, eine Urenkelin des britischen Schriftstellers Walter de la Mare zu sein. Auf eigene Faust veröffentlicht sie den Roman „Passwort Hurensohn“ und organisiert dazu eine vierwöchige Lesereise durch Deutschland. Mona de la Mare hat im Netz zahlreiche Freunde und Fans, die sie täglich über ihre Verkaufszahlen, die Tour und private Neuigkeiten informiert. Nach erfolgreichem Start der Lesetournee stellt Mona am Aschermittwoch ihr Buch in Bad Münstereifel vor. Am folgenden Tag soll die ehrgeizige Autorin in Nettersheim lesen. Sie ahnt nicht, dass es dazu nicht mehr kommen wird …

Der erste Eindruck
Das erste Buch, das mich auf diesen Autor aufmerksam machte, war "Stürmers Reise nach Euskirchen". Jürgen Schmidt kommt aus der Eifel, dorther wo ich meine Jugend verbracht habe. Und in seinen Büchern reise ich immer wieder dorthin zurück. Als ich den Klappentext zu Lesereise in den Tod las, dachte ich, ich schau in den Spiegel. Junge Autorin namens Mona, Bad Münstereifel, viel im Netz unterwegs... Irgendwie konnte ich da nicht anders als zugreifen - auch wenn Krimis normalerweise nicht zu meiner Jagdbeute gehören. Aber wenn es schon mal ein Buch gibt, in dem ich quasi durch Zufall selbst mitspiele, das dann auch noch in meiner früheren Heimat spielt, dann lass ich mich hinreißen.  

Das Leseerlebnis
Beim Lesen fühlte ich mich dann auch wie erhofft in meine frühere Heimat zurückversetzt. Ich erkannte die Gegend, wusste, wo alles sein würde und konnte mir genau vorstellen, wie der Privatermittler Mücke durch Bad Münstereifel geht und den mysteriösen Tod der Autorin Mona de la Mare aufzulösen versucht. Es gab noch mehr lustige Treffer, die auf mein Leben irgendwie zu passen schienen. Nicht nur die Autorin, die per Facebook mit ihren Lesern kommuniziert und die gemeinsame Heimat. Da gab es auch noch Frau Oleknavicius - der Name wurde zwar nicht weiter erklärt, aber ich selbst habe in Litauen gelebt und weiß, dass er von dort stammen muss. Auch das Privatleben von Protagonist Mücke erinnerte mich sehr an Menschen, die ich aus dieser Gegend persönlich kenne. Nicht, dass es solche Menschen nicht überall gibt, aber ich hatte dadurch genaue Bilder im Kopf. Etwas, das mir beim Lesen noch nie passiert ist, fast dachte ich, ich lese ein Tagebuch und das alles ist echt. Natürlich ist es das nicht, zum Glück. Schließlich geht es um einen Mord an einer Autorin. Da wurde es für mich auch schwierig, ich bin normalerweise keine Krimileserin und es fällt mir schwer, mich über die Qualität dieses Genres zu äußern. Ich persönlich hatte mit den wenigen, ohne Vorankündigung eingebauten Perspektivwechseln zum Täter meine Probleme. Zumal das Ende des Buchs da nicht nochmal drauf einging. Ich hätte mir am Ende noch einmal abschließende Gedanken des Täters gewünscht. Auch die Beziehung von Mücke zu seiner Freundin blieb am Ende ein bisschen in der Luft hängen, sie war in Urlaub, der Fall gelöst, aber werden sie zusammenbleiben? Oder gibt es einen weiteren Teil von Mücke, dem Ermittler, in dem wir das erfahren? Ich würde es mir wünschen und auch dann gerne wieder zugreifen, denn die Stärke dieses Buchs ist eindeutig, den Alltag einzufangen. Die kleinen, alltäglichen Dinge so darzustellen, wie sie sind. Unaufgeregt, in wenigen Worten, aber dafür um so treffender. Man fühlt sich in das Geschehen einbezogen und glaubt mit Mücke in der Kneipe zu sitzen und den Fall Mona de la Mare zu lösen. Die Charaktere haben Farbe und es macht Spaß, die verschiedenen Typen kennenzulernen, die der Autor im Laufe des Buchs vorstellt. Seine Sprache ist klar und einfach, er erzählt so, als würde man sich mit ihm unterhalten und merkt gar nicht, dass man liest. 

Fazit
Für Leser, die Krimis mit Lokalkolorit, wie es so schön heißt, mögen, ist dieses Buch eine absolute Empfehlung! Außerdem für alle, die aus der Gegend in der Eifel stammen, die rundum Bad Münstereifel zu Hause sind oder waren, oder diese Ecke Deutschlands aus anderem Grund sehr mögen. Aber auch für alle, die mal etwas anderes ausprobieren wollen, ist das Buch durchaus wert, gefunden zu werden. Von meiner Seite her eine klare Kaufempfehlung und ein interessanter Ausflug in ein unbekanntes Genre!

Aktuelles über den Autor findet Ihr auf: 

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Jürgen Schmidts Webseite


(c) Pixabay
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