Sonntag, 6. November 2016

Buchrezension: Sunford - Verführung eines Gentleman von Celia Jansson

Sunford - Verführung eines Gentleman von Celia Jansson

Genre: Historische Gay Romance
Seitenzahl: ca. 300 Seiten
Erhältlich als Print und E-Book in allen gängigen Shops
Verlag: Sieben Verlag

Klappentext: 
England, 1905. Ein verschlafenes Dorf in Somerset steht Kopf, als der attraktive Lord Vincent Fanbury auf Landbesuch kommt. Nicht nur die unverheirateten Frauen hoffen auf eine gute Partie mit ihm. Auch Leonard, ein gutsituierter Unternehmer, fühlt sich zu ihm hingezogen. Obwohl die strikten Konventionen der edwardianischen Gesellschaft gegen sie sprechen, entwickelt sich zwischen ihnen eine  leidenschaftliche Affäre. Zu spät merkt Leonard, dass Vincent ein Geheimnis vor ihm verbirgt, das nicht nur ihre Beziehung sondern, auch seinen Ruf zerstören könnte.

Der erste Eindruck
Als Ende 2015 der Verlag seine Vorschau für den Dezember präsentierte, hat mich die ungewöhnliche Farbwahl dieses Covers bereits angesprungen. Obwohl sich das Buch eigentlich nicht in meinen üblichen Genres bewegt, wollte ich es haben. Mit diesem Cover gehört es zu den wenigen Büchern, die ich blind haben wollte, egal was drin steht. 

Das Leseerlebnis
Dieses Buch hat - für mich völlig überraschend - geschafft, was seit Jahren keinem Buch mehr gelungen ist: Ich habe es an einem Stück zu Ende gelesen. Morgens um sechs angefangen und mit wenigen Stunden Pause dazwischen am Nachmittag um 16.00 Uhr beendet. Mein sonst ständig aktiver "innerer Lektor" ist in den Ruhemodus versetzt worden und hat endlich mal den Mund gehalten, sodass ich der Geschichte völlig gebannt folgen konnte. Ein Buch, das dies bei mir schafft, ist selten und dank des flüssigen Schreibstils und der großartigen Charaktere gehört die Geschichte um den Geschäftsmann Leonard Knightly und Lord Vincent Fanbury dazu.

Zu Beginn lernt man Leonard Knightly kennen, einen erfolgreichen Geschäftsmann auf dem Land, der nach dem Tod der Eltern mit seiner Schwester auf dem Familienanwesen in Sunford lebt. Er verbirgt seine Homosexualität erfolgreich, hat in seinem Leben bis auf die erste große Liebe und eine wenig gefühlvolle Affäre noch keine Erfahrungen gesammelt. In Zeiten, in denen gleichgeschlechtliche Liebe mit Gefängnisstrafen geahndet wurde, sicher keine Seltenheit. In dem gut aussehenden Lord Fanbury aus London glaubt er einen unschuldigen Jungen vor sich zu haben und sträubt sich gegen seine Gefühle für den jungen Mann, da er ihn nicht kompromittieren will. Doch seinen jahrelang aufgestauten Bedürfnissen und der ehrlichen Anziehung zwischen den beiden Männern kann er sich nicht lange widersetzen. 

Ich habe mich in der ersten Hälfte des Buches zusammen mit Leonard Knightly in Lord Fanbury verliebt. Auch wenn der Lord im zweiten Teil des Buchs etwas von seiner jugendlichen Leichtigkeit und seinem Charme einbüßt, so finde ich die Idee, die Begegnung noch einmal aus seiner Sicht zu erleben, grandios. Sein dunkles Geheimnis, das bis zu diesem Zeitpunkt so gut verborgen hinter seiner freundlichen Fassade geblieben war, macht das Buch erst richtig spannend. 

Sehr gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere, die nicht nur gut ausgearbeitet wurden, sondern auch das Funktionieren der Geschichte unterstützen. Ohne die selbst rebellisch veranlagte Schwester wäre Leonard sicher nicht in der Lage gewesen, über seinen Schatten zu springen. Sie zeigt ihm mit ihrer friedlichen und selbstbewussten Auflehnung gegen frauenfeindliche gesellschaftliche Vorschriften, dass man nicht alles hinnehmen muss, nur weil "es sich nicht gehört" oder "schon immer so war". 

Fazit
Ich hatte überhaupt keine Erwartung an dieses Buch, stand dem Genre nicht abgeneigt gegenüber, wusste aber auch nicht, ob es etwas für mich sein würde. Das Ergebnis: Die Liebesgeschichte weiß zu verzaubern, das historische Setting macht den inneren Kampf der Charaktere nur um so glaubwürdiger. Absolute Leseempfehlung!

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(c) Pixabay
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