Samstag, 17. September 2016

Wie ist man eigentlich authentisch?

Wann bin ich authentisch?


Egal welcher Grund jemanden antreibt, einen Blog, eine Webseite oder auch nur eine Seite in den sozialen Medien zu betreiben, früher oder später wird man bei der Suche nach Inhalten für diese Plattformen auf das Wort "Authentizität" stoßen. Jeder fordert es, jeder will es sein, jeder sagt, nur so geht es! Wenn du Leser willst, musst du authentisch bleiben!

Aber was ist das eigentlich, Authentizität? Wie ist man, wenn man authentisch bleibt?
Wikipedia sagt dazu:

Authentizität (von gr. αὐθεντικός authentikós „echt“; spätlateinisch authenticus „verbürgt, zuverlässig“) bedeutet Echtheit im Sinne von „als Original befunden“. 
Ich soll also keine Kopie sein, sondern ein Original. Originell, einmalig, kein Abziehbild. Das klingt ja erst mal ganz einfach. Ist nicht jeder Mensch einzigartig und ist man nicht automatisch authentisch, weil das so ist? Anscheinend nicht, denn Authentizität, im Internet zur Schau gestellt, wird von Besuchern unter die Lupe genommen und kritisch bewertet.

Dass ich Autorin bin, wissen die meisten, die diesen Artikel lesen und meinen Blog kennen. Das Schreiben ist erst seit wenigen Jahren so intensiv ein Teil von mir, trotzdem ist alles, was ich schreibe authentisch. Es sind keine abgeschriebenen oder kopierten Geschichten, sondern die Ideen zu Charakteren, Plots und Twists sind ganz allein meine. Hier bin ich mir also sicher, authentisch sein zu können.

Doch was ist mit dem Rest? Worüber kann ich mich auf meinen diversen Seiten noch mit den Menschen unterhalten und dabei authentisch bleiben? Ist mein Leben wirklich spannend genug, um täglich interessante Themen für interaktive Kommunikation mit Lesern zu finden? Was macht mich denn aus und vor allem, was macht mich interessant?

Es gibt zahlreiche Tipps im Internet, wie man Ideen für Artikel in einem Blog zusammenbekommt. "Content mit Mehrwert für den Leser" ist das Zauberwort. Finde etwas, das die Leser interessiert und schreib darüber. Aber bleib authentisch! Wie soll das gehen?

Vor kurzem stellte Matthias Matting in der Selfpublisherbibel ein Tool vor, das zeigt, welche Fragen Google zu bestimmten Stichworten am häufigsten beantwortet. Die Idee dabei ist, ein Stichwort, das mich beschäftigt dort einzugeben und anhand der dort gezeigten Fragen einen Blogartikel zu schreiben. Sofort wurden die Rufe laut, dass das alles Käse sei, weil man doch authentisch bleiben müsse. Aber warum ist man nicht authentisch, wenn man sich dort Ideen holt? Das Stichwort, das ich dort eingebe, das kommt von mir. Es hat mit meinen Büchern, meinen Interessen oder meinen Gedanken zu tun, denn sonst würde ich es nicht eingeben. Das Thema interessiert MICH, sonst würde es mir gar nicht einfallen. Sich dann anzusehen, was andere Menschen an diesem Thema interessiert, ist meines Erachtens kein Verrat an mir selbst, sondern lediglich eine Möglichkeit, dieses Thema auch von anderen Blickwinkeln aus zu betrachten. Authentisch würde doch sonst bedeuten, dass ich nur meine eigene Meinung, nur meine Ansichten verbreiten möchte. Authentisch kann aber auch bedeuten, dass ich mich für die Meinung anderer interessiere oder andere Perspektiven kennenlernen möchte.

Was nutzt es, wenn ich in meinem Kämmerchen sitze und nie über den Tellerrand hinausblicke, sondern stattdessen lediglich in meiner eigenen Buchstabensuppe rühre? Ist das dann authentisch? Mag sein, aber es ist vor allem einseitig und langweilig.

Ich finde, alles ist authentisch, was nicht abgeschrieben ist. Egal über welches Thema ich schreibe, es wird immer mit meinen eigenen Worten geschehen, meine Meinung widerspiegeln. Wenn Authentizität jedoch bedeutet, dass man sich öffentlich im Internet komplett "nackt" macht und alles erzählen soll, dann werde ich dieses Ziel nie erreichen. Als Autor steht man - ob man will oder nicht - deutlich mehr in der Öffentlichkeit als vorher, aber mir ist der Schutz meiner Privatsphäre immer noch wichtig. Darum auch das Pseudonym, darum der Impressums-Service. Ich verstecke mich nicht, ich schütze mich. Und ich erzähle, was ich erzählen will und lasse weg, was ich nicht sagen will.

Ich hoffe, dass meine Leser das, was ich schreibe, nicht als künstlich oder aufgesetzt empfinden. Das ist es nämlich nicht und wird es niemals sein. Ich werde nie über Dinge schreiben, die mich nicht interessieren. Wer allerdings kontroverse Themen sucht und die Auseinandersetzung oder heiße Diskussionen sucht, der ist bei mir auch falsch. Denn, authentisch wie ich bin, damit beschäftige ich mich im "richtigen Leben" auch nicht gerne. Ich treffe Entscheidungen für mich, nicht für die Öffentlichkeit. Ihr werdet von mir nicht bekehrt, ich möchte aber auch von euch nicht bekehrt werden. Egal bei welchem Thema.

Wie ist das für euch? Erkennt Ihr meinen Webauftritt als authentisch? Wie wirkt das alles auf euch, was ich so tue? Worüber möchtet Ihr etwas erfahren, was würde euch interessieren? Würde mich sehr über Feedback freuen. :)


Ich bin ...

Ich mag ...

Ich habe erlebt ...

Ich mag nicht ...



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