Dienstag, 5. April 2016

Buchblogger im Interview: Sandras kreative Lesezeit - 05.04.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute ist Sandra Sassie an der Reihe mit ihrem Blog
Sandras kreative Lesezeit



Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Mein Blog trägt den Namen „Sandras kreative Lesezeit“. Sandra, das ist mein Name ;) und ich bin sehr kreativ. Seit Ende letzten Jahres veranstalte ich kreative Leserunden für Kinder im Alter von ca. 4 bis 9 Jahren. Dabei erklärt sich die „Lesezeit“ von selbst. Das Wort „kreativ“ hat sich aus der Art der Leserunden ergeben. Im Anschluss an meine Leserunden wünsch ich mir, dass die vorgetragene Geschichte in den Köpfen der Kinder präsent bleibt. Deshalb werde ich nach dem Lesen gemeinsam mit den Kindern kreativ. Ich stelle verschiedene Materialien zur Verfügung wie Stifte und Papier. Dann können die Kinder z.B. ihren Lieblingscharakter aus dem gelesenen Buch zu Papier bringen oder eine Szene malen, die sie beschäftigt hat. Keine „Lesezeit“ läuft nach Schema F. Ich lass mich bei jedem Buch inspirieren und treiben. Manchmal wird nach einer Leserunde gemalt oder gebastelt, manchmal spiele ich mit den Kindern wie im Theater die Geschichte nach. Ich habe noch so viele Ideen, die umgesetzt werden möchten. So soll es demnächst z.B. eine Lese-Nacht geben, die eher für die älteren Kinder gedacht ist. Ich stell mir das so vor, dass die Kinder dort ihre Schlafsäcke und Taschenlampen mitbringen, wir gemeinsam nur bei Taschenlampenlicht lesen.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden? 

?Seit wann bloggst du schon?
Seit Oktober 2015.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs? 
Ich hatte mal einen Kreativ-Blog. Das liegt jedoch schon einige Zeit zurück und so wirklich regelmäßig habe ich dort nie gebloggt. Wirklich im Bloggerleben angekommen bin ich durch „Sandras kreative Lesezeit“.

?Worum geht es auf deinem Blog? 
Zum einen um „Sandras kreative Lesezeit“ – also meine Leserunden. Und zum anderen um meine Leidenschaft für Bücher. Kinder- und Jugendbücher sind bedingt durch die kreative Lesezeit das Zentralthema. Aber natürlich lese ich auch weitere Genres. Die meisten der Bücher rezensiere ich in meinem Blog.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?  
Zur Zeit sind es knapp über 130 eingetragene Follower, tatsächliche Leser sind es deutlich mehr. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser und Follower – es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die ich mit meinen Beiträgen erreiche.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?  
Ich bin seit etwa 1,5 Jahren sehr aktiv auf dem Portal Lovelybooks. Dort geht es natürlich um Bücher ;) Es gibt dort z.B. Leserunden auf die man sich bewerben kann. Autoren oder Verlage stellen dort ihre Neuerscheinungen vor und laden zur Leserunde ein. Sehr regelmäßig nehme ich dort an Leserunden teil, diskutiere dort gemeinsam mit Gleichgesinnten über Bücher und rezensiere sie im Anschluss. Natürlich verweise ich dann zu meinem Blog. Ich rezensiere überhaupt sehr viel und hinterlass mit jeder von mir veröffentlichten Rezension einen Link zu meinem Blog. Außerdem bin ich aktiv in einigen Facebook-Gruppen und weiteren Portalen in denen das Thema Bücher im Vordergrund steht. Es gibt auch Visitenkarten von mir, die ich zu diversen Gelegenheiten verteile. Ein bisschen Mund-zu-Mund-Propaganda ist natürlich auch dabei

?Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit auf deinem Blog, die die anderen nicht haben?  
Meine Strategie ist, das in Worte zu fassen, was mich bewegt. Ich orientiere mich dabei nicht an anderen, sondern bleibe stets bei mir. Ich bin ein sehr feinfühliger Mensch. So kommt es, dass Bücher mich emotional mitunter wirklich sehr bewegen und ebendiese emotionalen Momente und Empfindungen versuche ich, in meine Rezensionen einfließen zu lassen.

?Auf deinem Blog spielt das Vorlesen eine zentrale Rolle. Was macht gerade das Vorlesen für dich so wichtig? 
Beim Vorlesen schenke ich den Kindern eine besondere Zeit, ein besonderes Erlebnis. Jeder Charakter erhält von mir eine eigene Stimme, Mimik und Gestik. Das ist für die Kinder besonders fesselnd. Es ist ein schönes Gefühl in ihre großen, staunenden Augen zu sehen und zu erleben, wie sehr sie das Zuhören genießen.

?Wer ist Gerrit? 
Gerrit ist mein Begleiter in Leserunden und bei Kindergeburtstagen. Er unterstützt mich immer nach besten Kräften und ist eine große Bereicherung für mich und die Kinder.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?  
Hin und wieder überkommt es mich und dann gibt es auch besondere Aktionen oder Gewinnspiele auf meinem Blog. Ende letzten Jahres war ich z.B. in Folge eines Buches in einem Museum, bei einer Ausstellung speziell für Kinder. Bei dieser Ausstellung gab es so vieles zu sehen und zu erleben und einiges zum selber machen. Dort hatte ich dann einige Mitmachbücher entdeckt. Die haben mir so gut gefallen, dass ich kurzerhand welche gekauft habe und eines davon habe ich dann in meinem Blog verlost.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Bisher nicht.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
Im Durchschnitt komm ich täglich auf ca. ein bis zwei Stunden.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?

Ich habe keine Erwartungen an meinen Blog. Lesen macht mir Spaß, Bücher sind meine Leidenschaft. Durch mein Blog, kann ich diese Leidenschaft nach Außen tragen. Es wäre natürlich schön noch mehr Leser zu gewinnen, die sich für meine Beiträge interessieren. Auch weitere Kooperationen mit Verlagen wären schön.


Sandra und Gerrit
Über dich:

?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?  
Der Mensch, der hinter meinem Blog steht bin natürlich in erster Linie ich – Sandra: kreativ, verrückt, einzigartig, mal laut, mal leise, emotional, ideenreich. Ich füttere mein Blog mit Leben und Inhalt.
Dann wäre da noch mein Mann. Er ist mir oft eine Hilfe, wenn es um die technischen Dinge geht. Mal klappt es nicht mit der Formatierung eines Beitrages oder ich bin nicht sicher, ob ich einen von mir verfassten Beitrag so schreiben kann. Dann nimmt er sich gerne die Zeit und wirft einen Blick drauf, gibt Tipps und Ratschläge.
Beim Lesen und Rezensieren der Kinderbücher spielen meine beiden Kinder oft eine große Rolle. Der Kleine ist gerade 4 Jahre geworden und die Große 9. Beide sind ebensolche Leseratten wie ich. Sie lieben es, wenn ich ihnen vorlese und die Große liest inzwischen auch selbst sehr viel. Bücher die in ihrer Altersklasse liegen, lesen wir oft gemeinsam und sie lassen ihre Meinung mit in die Rezension einfließen. Bei der Großen ist es seit kurzem so, dass wir teilweise ein Buch unabhängig voneinander lesen und uns anschließend zusammensetzen und gemeinsam darüber diskutieren was uns gefallen hat und was nicht so gut war und ob man vielleicht sogar etwas von dem Buch mitnehmen kann. Teilweise veranstalten die Verlage Leserunden, bei denen die Kreativität der Kinder gefordert ist. Dann erfüllen die beiden auch Aufgaben, malen z.B. Bilder und beantworten Fragen. Wie so etwas ablaufen kann seht ihr z.B. in meinem Beitrag zu „Ein Geburtstagsfest für Lieselotte“.
Da haben die beiden fleißig gemalt und diskutiert und zum Schluss haben sie sogar ein selbstgeschriebenes Gedicht vorgetragen und ein Lied gesungen – für den Leser habe ich die Audio-Datei in meinen Blog gestellt, so dass man die beiden hören kann.
Wen ich an dieser Stelle auch gerne erwähnen möchte ist die „IlluBine“  (www.illubine.de) – sie ist die Illustratorin, die die wundervolle Illustration von mir und Gerrit angefertigt und meinem Blog das wunderbare Design gegeben hat.

?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?  
Wie ausführlich darf die Antwort sein ? ;) Ich bin gelernte Verwaltungsfachangestellte, war 10 Jahre im öffentlichen Dienst tätig. In meiner Elternzeit habe ich eine Weiterbildung zur Übungsleiterin gemacht und habe 3 ½ Jahre lang Babys, Kleinkindern, Kindergartenkindern und Schulkindern das Element Wasser näher gebracht. Leider hat mein Körper mir bei dieser wundervollen Arbeit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein Bandscheibenvorfall zwang mich damals dazu, mit den Schwimmkursen aufzuhören. Danach habe ich meine kreative Ader entdeckt und Kreativkurse für Erwachsene und Kinder gegeben – man kann sagen, ich habe anderen das Basteln näher gebracht und ihnen geholfen, ihre kreative Seite zu entdecken.
Im Oktober 2015 habe ich „Sandras kreative Lesezeit“ ins Leben gerufen. Leserunden gab es in diesem Jahr noch nicht so viele, da die eigentliche Arbeit im Hintergrund stattgefunden hat, Kontakte zu Verlagen und Autoren knüpfen, Kooperationspartner finden, das Blogdesign optimieren usw. In Kürze wird es wieder neue Leserunden geben. Inzwischen habe ich die Lesezeit auch auf Kindergeburtstage ausgedehnt. Heißt, man kann mich für einen Kindergeburtstag buchen. Ich besuche dann das Kind zu Hause. Mit dabei ist natürlich mein treuer Begleiter Gerrit. Gemeinsam singen wir dem Geburtstagskind und seinen Gästen ein Ständchen, danach wird gelesen und im Anschluss werden wir gemeinsam kreativ. In diesem Jahr war ich bereits für einige Kindergeburtstage gebucht, was mir sehr viel Freude gebracht und aber auch neue Ideen gebracht hat. Es gibt einige Ideen die noch in der Entstehung sind und ich bin schon sehr gespannt, wohin mich diese Reise noch führen wird.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
So viel Zeit bleibt mir momentan nicht. Bücher sind meine absolute Leidenschaft und dafür geht einiges an Zeit drauf. Meine beiden Kinder fordern natürlich auch noch sehr viel Mama, dann haben wir einen Hund, der möchte gerne beschäftigt werden, der Haushalt möchte erledigt werden und mein Mann freut sich auch, wenn er mich hin und wieder zu Gesicht bekommt ;) Ich genieße ganz viel Zeit in der Natur, gemeinsam mit meinem Hund und meist ist mein Sohn dabei und oft eine liebe Freundin, ebenfalls in Begleitung ihrer Hündin.

?Print oder E-Reader? 
Beides, wobei ich Print eindeutig bevorzuge. Ich mag es, ein Buch in den Händen zu halten, es anzufassen, über das Cover zu streicheln, seinen unverkennbaren Duft aufzunehmen. Für unterwegs greif ich aber gerne auf den E-Reader zurück, ist einfach praktisch wenn man nicht ganz so viele Dinge mit sich herumzutragen braucht. Wenn ich mit den Kindern oder dem Hund unterwegs bin, bin ich eh immer völlig überladen mit allem möglichen, da muss ich dann nicht noch ein Buch mit mir herumtragen.

?Fernseher oder Radio? 
Vormittags oder zwischendurch höre ich gerne Radio. Der Fernseher läuft immer seltener, da mir das Programm oftmals nicht zusagt und ich meine Zeit lieber mit dem Lesen verbringe. Aber hin und wieder genießen mein Mann und ich gemeinsame Fernsehabende.

?Serie oder Film?  
Filme eher selten. Serien schauen mein Mann und ich gerne an. Oftmals suchen wir uns eine Serie aus, die wir abends gemeinsam ansehen. Das wird dann so lange durchgezogen, bis alle Folgen und Staffeln einer Serie angesehen sind. Zuletzt haben wir die Serie „Sanctuary“ gesehen – sehr zu empfehlen.

?Zelt oder Luxushotel?  
Kommt darauf an, welche Absicht dahinter steckt. Abenteuerzelten mit den Kindern oder ein entspannter Aufenthalt mit dem Mann, einer Freundin oder alleine – in einem Luxushotel

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Bisher habe ich noch nicht so viel von der Welt gesehen und wenn ich auf Reisen bin, dann bin ich viel zu sehr damit beschäftigt die neuen Eindrücke aufzunehmen, da brauch ich gar kein Buch.

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Geheimnisse behalte ich lieber für mich, sonst wären sie ja kein Geheimnis.

Lesen ist für Sandra nicht einfach Stillsitzen.

Über das Lesen: 

?Wie viel liest du am Tag?
So ungefähr zwischen 30 Minuten und 3 Stunden.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?
Darüber breite ich lieber den Mantel des Schweigens ;) Was der einen Frau die Schuhe, sind mir die Bücher.

?Wo liest du am liebsten?  
Das ist ein bisschen abhängig vom Wetter. Wenn es draußen sonnig und nicht zu kalt ist, dann bin ich gerne mit meinem Hund unterwegs und leg zwischendurch Lesepausen auf einer Wiese, unter einem Baum oder auf einer Bank ein. Auf der Terrasse lese ich auch sehr gern. Wenn es vom Wetter her nicht so passt, dann les ich am liebsten auf der Couch, in einem bequemen Sessel, auf dem Sitzsack oder im Bett. Wo ich gar nicht lesen kann – ist im Auto, dabei wird mir schlecht.

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Worauf es mir bei Büchern am meisten ankommt ist, dass es mich emotional packen kann. Die Art der Emotionen spielt dabei gar keine so große Rolle. Ich mag blutige Thriller, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen, oder Frauenromane mit Herz und voller Liebe, es darf auch gerne etwas lustiges sein oder ein gutes Jugendbuch, ein Klassiker, ein Kinderbuch, Fantasy, Krimi….. Womit ich nicht wirklich viel anfangen kann sind Bücher im Bereich Science Fiction oder Histrorische Romane. Einige wenige historische Romane habe ich gelesen, aber mit den meisten werde ich einfach nicht warm, da springt kein Funke über.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?
Das ist einfach. Gestern (am 14.03.2016) habe ich es beendet. Es war das Buch „In all den Jahren“ von Barbara Leciejewski. Vielleicht hat der ein oder andere Lust, sich meine Rezension dazu anzusehen?  Hier der Link dazu.
Die Story war soooo schön, richtig was fürs Herz, ich war wie in einem Bann und konnte nicht aufhören zu lesen – habe sehr viel gelacht und auch geweint.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Das zu beantworten würde hier glaube ich den Rahmen sprengen ;) Auf ein Buch bin ich allerdings ganz besonders neugierig. Zu Weihnachten habe ich mir „Das Schiff des Theseus“ gegönnt. Bisher habe ich mir nicht die Zeit dafür genommen, habe nur einmal kurz darin geblättert. Ich bin ein wenig in Ehrfurcht vor diesem Buch. Es scheint etwas ganz Besonderes zu sein und ich möchte es nicht einfach „zwischendurch“ lesen, sondern richtig mit Ruhe und Zeit. Es wird wohl noch eine Weile auf mich warten müssen aber das steigert die Vorfreude.

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?  
Das ist bisher nur selten vorgekommen. Ich les ja den Klappentext vom Buch und meist auch die ersten paar Sätze. Ich gehöre zu den Menschen, die nach den ersten Sätzen ein Gespür dafür haben, ob das Buch gefallen wird oder nicht. Spricht es mich nicht an, wird es auch nicht gelesen. Bisher gab es 4 Bücher, die ich so schlecht fand, dass ich sie abgebrochen habe.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Sowas kommt vor. Normalerweise les ich jedes Buch auch bis zum Ende. Wenn es mir so überhaupt nicht gefällt, kann es auch vorkommen, dass ich es abbrech. Aber das war bisher nur selten der Fall.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Vereinzelte Fehler sind menschlich. Störend wird es, wenn Fehler regelmäßig auftauchen.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Eine Zeitlang habe ich Bücher als Testleserin gelesen, sprich teilweise sogar noch vor dem Lektorat. Das konnte ich aber nicht all zu lang. Teilweise habe ich dabei wirklich sehr gute Storys gelesen, konnte mich aber nicht wirklich darauf einlassen, weil es noch sehr viele Rechtschreibfehler und teilweise auch Logik- und Plotfehler gab. Ich musste mich dabei dann regelrecht durch das Buch quälen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das so für mich anerkannt habe, aber so macht mir das Lesen einfach keinen Spaß.
Fehler können in einem Buch natürlich vorkommen, sie sind menschlich. Selbst beim gründlichsten Lektorat kann es vorkommen, dass mal ein Rechtschreibfehler auftaucht, da kann ich gut drüber hinwegsehen. Wenn ich an einer Leserunde teilnehme und ein Buch Fehler enthält, setz ich an die Stellen die mir auffallen Markierungen und nehme dann Kontakt zum Autor bzw. zum Verlag auf. Ich selbst wäre froh, wenn ich Hinweise bekäme. Denn nur so kann man sich verbessern und die Fehler beheben.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Leseproben lese ich eher selten. Wenn in Leserunden Fragen zu Leseproben gestellt werden les ich diese natürlich schon. In der Regel reichen mir jedoch Klappentext, Cover und die ersten Sätze eines Buches aus, um zu entscheiden, ob es für mich in Frage kommt oder nicht.

Über Rezensionen: 


?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?

Ich kann gar nicht genau sagen, wann das begonnen hat. Aber irgendwann habe ich begonnen Rezensionen zu Büchern zu lesen, die mich interessiert haben. Dabei habe ich oftmals Rezensionen gelesen, die in keinster Weise aussagekräftig waren. Teilweise gab es nur einen Satz ala „Das Buch hat mir nicht gefallen, lest es auf keinen Fall“ oder „Super Buch, muss man lesen“. Hm ja, wenn ich sowas les dann bin ich in meiner Entscheidung auch nicht wirklich weiter. Das geht auch aussagekräftiger war dabei mein Gedanke. Irgendwann hat eine Autorin in einem Forum Testleser für ihr Buch gesucht, dass zu diesem Zeitpunkt noch nicht erschienen war. Ich dachte mir: hey, das ist doch was für dich und durfte mit lesen. Danach wurde um eine Rezension gebeten. Irgendwie bin ich dann auf den Geschmack gekommen. Über das Portal Lovelybooks z.B. habe ich inzwischen durch das Rezensieren so viele neue Kontakte geknüpft. Ich habe durch das Rezensieren oftmals den direkten Kontakt zum Autor, kann mich mit ihm austauschen, diskutieren, das ist einfach toll. Und die meisten Autoren sind wirklich froh, wenn sie direkte Rückmeldung von ihren Lesern erhalten.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Um ehrlich zu sein, halte ich mich dabei an keine Vorgaben. Anfangs habe ich danach gegoogelt, wie man eine Rezension verfassen sollte oder eben auch nicht. Inzwischen habe ich meinen eigenen Stil gefunden. Meist schreibe ich in eigenen Worten kurz etwas über den Inhalt eines Buches. Dann trage ich Informationen über Autor und Illustrator zusammen, einige grundsätzliche Informationen über das Buch, sprich in welchem Verlag es erschienen ist und zu welchem Preis. Zum Schluss bringe ich meine Gedanken zum jeweiligen Buch zum Ausdruck. Da mich Bücher oftmals emotional sehr packen, kann es auch vorkommen, dass meine Rezensionen sehr emotionsgeladen sind. Gerade das macht mich aber aus. Wenn ich etwas gut kann, dann ist es Emotionen rüberbringen und andere an diesen teilhaben lassen. Einen Klappentext kann jeder abschreiben, daher ist es mir persönlich immer ein Anliegen, meine ganz persönliche Note in die Rezension mit einfließen zu lassen.

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?
Eine gute Rezension hilft dem Leser der Rezension sich zu entscheiden. Spoilern sollte so weit wie möglich vermieden werden. Wenn mir jemand in einer Krimi-Rezension sagt, wer der Mörder ist – dann ist das definitiv zu viel gespoilert ;) so etwas möchte ich selbst erfahren und nicht im Vorfeld schon lesen. Eine gute Rezension macht mich neugierig, verrät aber nicht zu viel.

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem dort wieder fairer gestalten?
Mir persönlich sind die Sterne, die bei Amazon vergeben werden gar nicht so wichtig. Wenn mich ein Buch anspricht, dann les ich es. Es ist auch schon vorgekommen, dass ein Buch überwiegend mit nur 2 oder 3 Sternen bewertet wurde und ich es trotzdem richtig gut fand. Umgekehrt gab es auch schon einige Bücher, die fast ausschließlich 4 und 5 Sterne Bewertungen haben bei denen sich mir die Fußnägel hochgerollt haben. Am besten ist es immer noch, wenn man seinem Gefühl vertraut und sich dann selbst eine Meinung bildet.

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?
Ja. Momenten veröffentliche ich meine Rezensionen in meinem Blog, bei Lovelybooks, bei Amazon, Thalia und wasliestdu.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Da gibt es so viele Wege. Ich gehe durch die Buchhandlung, sehe ein Buch, nehme es in die Hand, schau mir das Cover an, les den Klappentext und zack – wird es mitgenommen, oder wahlweise auch wieder zurückgelegt. Dann bin ich viel im Internet unterwegs. Dadurch, dass ich selbst recht viel rezensiere, les ich natürlich auch die Rezensionen anderer und dadurch werde ich auch oft auf ein Buch aufmerksam. Teilweise stöbere ich auch in den Verlagsvorschauen.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Ja – und ich finde das völlig legitim. In letzter Zeit habe ich immer wieder Artikel darüber gelesen, dass es nicht in Ordnung sei, sich um Rezensionsexemplare zu bewerben. Was soll daran verwerflich sein? Teilweise kauf ich meine Bücher und teilweise bewerbe ich mich auf Leserunden in denen ausdrücklich Leser gesucht werden, die gemeinsam ein Buch lesen, darüber diskutieren und es rezensieren wollen. In einigen Fällen habe ich Verlage auch schon angeschrieben und angefragt, ob sie Rezensenten suchen. Einige schreiben, dass sie dabei ein schlechtes Gewissen hätten. Das trifft für mich nicht zu. Wenn ich ein Rezensionsexemplar erhalte, dann setz ich mich damit sehr intensiv auseinander. Ich markiere für mich wichtige Stellen, mach auf Rechtschreibfehler oder Logikfehler aufmerksam, diskutiere gemeinsam mit anderen über das Buch, gebe dem Autor und dem Verlag Rückmeldung. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Drei-Satz-Rezensionen schreibe. Gerade heute musste ich eine Rezension stark einkürzen ehe ich sie veröffentlichen konnte, da die Obergrenze bei 1.000 Wörtern lag, ich hatte knapp 1.400 (und hatte mich schon kurz gefasst, hüstel).

Autoren und Verlage: 


?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?

Das sind viel zu viele, um sie hier aufzulisten ;)

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Ja, natürlich. Ich lese alles, was mir gefällt und meist rezensiere ich das auch. Wobei ich ja zugeben muss, dass ich bei weitem nicht alle Bücher rezensiere die ich auch lese. Es gibt einige Bücher, bei denen es mir schwer fällt zu rezensieren. So geht es mir z.B. bei den Thrillern von Sebastian Fitzek oder Tess Gerritsen. Wenn ich ein Buch lese, dass ich anschließend rezensieren möchte, dann habe ich immer etwas zum Schreiben und Post-It´s in greifbarer Nähe. Ich les dann sehr aufmerksam, mach mir Notizen über die Charaktere und deren Eigenheiten usw. Bei Fitzek und Gerritsen geht es mir so, dass ich die Bücher richtig genieß. Da möchte ich dann nicht unbedingt Notizen machen und erlaube mir auch immer wieder Bücher zu lesen ohne sie zu rezensieren.

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Ja. Denn jeder hat irgendwann mal klein angefangen und manchmal habe ich das Glück, einen Rohdiamanten zu finden. Gerade im letzten Jahr habe ich z.B. ein Buch gelesen von einer Selfpublisherin. Sie hat mich mit ihrer Story und ihrem Schreibstil so sehr berührt, dass ich noch Monate später von dem Buch zehre – das war Andie F. Andersson mit ihrem Jugendbuch-Debüt „Rockherz“ – es ist so unglaublich gut. Und noch eine Autorin fällt mir da ein, Johanna Wasser. Sie hat unglaubliches Talent, ist in ihrem Schreiben kaum zu bremsen, steckt voller Elan und voller Ideen die sie immer gerne so bald wie möglich in die Tat umsetzen möchte. Sie durfte ich persönlich kennenlernen und wurde namentlich sogar im „Danke-Teil“ ihres Buches „Die Glücksforscherin erwähnt, welches inzwischen im Drachenmond Verlag unter Vertrag genommen wurde. Das war eine große Ehre für mich.

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Ich bin in einigen Portalen unterwegs, wo sich einige Indies herumtreiben und immer wieder auf der Suche nach Test-Lesern sind.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?
Buchwerbung erhält scheinbar einen immer größeren Stellenwert. Immer öfter gibt es Video-Trailer zu Büchern. Bei einigen empfinde ich das als überflüssig, da sollte lieber Geld in ein ansprechendes Cover investiert werden statt in einen gerade mal passablen Trailer. Bei einigen Büchern sprechen mich die Trailer aber an. So z.B. bei „Das Schiff des Theseus“. Dabei handelt es sich um ein extrem aufwendig produziertes Buch und auch der Trailer kann sich sehen lassen. Der Trailer war in diesem Fall sogar der Ausschlaggeber für mich, das Buch zu kaufen.
Was mir auch gefällt, sind ausgefallene Ideen für die Buchwerbung. So hat z.B. vor kurzer Zeit der Schneiderbuch Verlag Rezensionsexemplare von „Poppy Pym“ verschickt. Da wurde das Buch in einer eigens angefertigen Schachtel ausgeliefert, dazu gab es ein Kartenspiel passend zum Buch. Die Idee fand ich recht originell und auch ansprechend umgesetzt. Solche Aktionen steigern mitunter die Aufmerksamkeit für ein Buch. Trotz allem sollte das Buch natürlich selbst auch von entsprechender Qualität sein. Was bringt mir eine toll ausgeklügelte Werbemaßnahme, wenn das Buch inhaltlich für die Tonne ist? Wenn aber das Gesamtpaket stimmt, finde ich das durchaus eine ansprechende Maßnahme um Aufmerksamkeit zu bekommen.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit?
Ich denke, dass es dabei stark auf den Rahmen ankommt innerhalb dessen ein Buch als Gewinn angepriesen wird. Wird ein Buch einfach nur als Gewinn verschickt, geht es möglicherweise unter. Verlose ich ein Buch jedoch unter Bloggern und erhalte anschließend eine aussagekräftige Rezension, so hat das Buch deutlich mehr Chancen Aufmerksamkeit zu erhalten.

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden? Oder irgendetwas anderes, das du uns gerne zeigen möchtest?   
Ich danke dir von ganzem Herzen für dieses ausführliche Interview – die Beantwortung der Fragen hat mir richtig Spaß gemacht. Ich bin gespannt, ob es jemand schafft, das Interview bis zum Ende zu lesen. Du hast sicherlich bemerkt, dass ich gerne ausführlich antworte, dementsprechend lang ist der Beitrag nun geworden.

Samdras Reich der Fantasie

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