Sonntag, 27. März 2016

Buchrezension: Die Geschichtenerzählerin von Stella Jante

Eigentlich lese ich viel zu wenig, um ernsthaft meinen Blog mit Rezensionen füllen zu wollen, denn ich brauche Monate für ein einziges Buch. Das hat verschiedene Gründe, der größte davon ist aber, dass ich in der Regel entweder lesen oder schreiben kann. Mein Kopf möchte sich nicht auf zwei Geschichten gleichzeitig einlassen. Trotzdem lese ich, wenn auch wesentlich seltener als früher und meistens nur in der Badewanne. Da ich kann nicht Wasser predigen und selbst Sekt saufen will, werde ich auch Rezensionen zu den gelesenen Büchern schreiben. Wenn ich es also tatsächlich mal schaffe, meine Zeit dem Lesen eines Buchs zu widmen, werde ich meine Meinung dazu hier, auf Amazon, Goodreads und Lovelybooks einstellen.

Stella Jante:

Die Geschichtenerzählerin



Klappentext: 
Die 18-jährige Mena hat ihr Leben lang in ihren eigenen Welten gelebt. Ob nun selbst erfundene Geschichten oder die aus Büchern und Filmen: Sie liebt sie mehr als die Realität.
Eines Tages landet sie unverhofft wie Alice im Wunderland in einer Welt der Visionen, die sie nicht von der Realität unterscheiden kann. Alpine und irische Sagengestalten – auf einmal sind sie mehr als nur Geschichten. Noch dazu taucht ein junger, umwerfend aussehender „Traum-Mann“ auf, der ihr bei den Abenteuern in dieser Welt bedingungslos zur Seite steht. Von Reise zu Reise entdeckt sie, was es mit diesen lebensnahen Visionen auf sich hat und dass ihr Traum-Mann realer wird, als sie es sich je hätte träumen lassen …

Der erste Eindruck
Das Cover besticht mit außergewöhnlichen Farben, die eine Szene darstellen, die im Buch so oder so ähnlich tatsächlich vorkommt. Der Klappentext verspricht Realität und Visionen miteinander zu verweben, das macht neugierig! 

Das Leseerlebnis
Alpine Sagengestalten - ein Gebiet, auf dem ich mich überhaupt nicht auskenne - und irische Mythen werden in diesem Buch gekonnt miteinander vermischt und ergeben ein großes Ganzes, das so durchaus Sinn macht. Die Anderswelt, in die es die Protagonistin Mena in ihren Visionen immer wieder unvermittelt hineinzieht, ist gleichzeitig vertraut und unbekannt, beängstigend und inspirierend. Mena stellt bald fest, dass sie diese Welt sogar zu einem gewissen Grad beeinflussen kann. Insbesondere die Tatsache, dass sie in schöner Regelmäßigkeit in bedrohliche Situationen gerät, die teilweise lebensbedrohliche Ausmaße annehmen, führt dazu, dass sich Mena ihren Traummann Kinnon zur Rettung herbeisehnt. Und als er tatsächlich auftaucht, ist er am Ende so real, dass auch ihre eigene Realität auf den Kopf gestellt wird. Als Leser fiebert man mit Mena mit, erleidet ihre Verletzungen, kämpft gegen schlimmes Gift und verliebt sich wie sie in den Mann, der ihr zur Hilfe eilt.

Mena und Kinnon haben eine magische Verbindung, an der man als Leser sowohl in ihrer Realität als auch in der Anderswelt Anteil nehmen darf. Ich persönlich hätte mir fast mehr Szenen in der fantastischen Anderswelt gewünscht, denn die Fantasie der Autorin fesselte mich mit einer Mischung aus Fabelwesen und Mythen, von denen ich gerne mehr gehört hätte. Die Szenen in der Realität spiegeln eine halbwegs "normale" Liebesgeschichte wieder, in der sich Mena und Kinnon immer besser kennen- und lieben lernen. Die beiden werden mit ganz normalen Problemen eines jungen Liebespaares konfrontiert, doch immer wieder spielt auch die Anderswelt mit ihren eigenen Gesetzen mit hinein. Wer Liebesromane mag, wird dieses Buch lieben. Wer Märchen mag, wird es nicht mehr aus der Hand legen wollen. Und wer beides miteinander vermischen möchte, wird schlaflose Nächte mit diesem Buch verbringen. Kinnon, der stets zur Stelle ist, seine Mena aus jeglicher Gefahr zu retten, ist spätestens nach der ersten Begegnung in der Wirklichkeit auch der Traummann jeder Leserin und ist man erst mal in ihn verliebt, legt man das Buch nicht mehr fort. 

Interessant fand ich die Tatsache, dass ich von den südtiroler Sagengestalten noch nie gehört hatte, während man durch TV und Kino ihre irischen Counterparts in der Regel doch schon kennt oder zumindest mal von ihnen gehört hat. Das Nörggele oder die Saligen habe ich zum ersten Mal im Leben getroffen und ich bin gespannt, was sie in den kommenden Bänden noch von sich offenbaren werden. 

Fazit
Das Buch "Die Geschichtenerzählerin" hat mich so ziemlich von Anfang an gefesselt und trotz meiner ganz persönlichen Langsamkeit beim Lesen nie ganz verlassen. Ich konnte auch nach großen Pausen wieder problemlos einsteigen. Die Tatsache, dass wir viel über Kinnons und Menas Vergangenheit erfahren, macht neugierig darauf, was die Autorin mit den beiden in den folgenden zwei Bändern noch vor hat. Der erste Band hat uns die Protagonisten jedenfalls ausführlich vorgestellt und neugierig auf ihren gemeinsamen Weg gemacht. 

Das einzige, was mir noch ein wenig gefehlt hat, war ein größerer Zusammenhang der einzelnen Visionen, die bislang noch sehr allein standen. Jede Vision war in sich abgeschlossen, das Problem für die Geschichtenerzählerin Mena immer ein anderes, das sie mehr oder weniger per Zufall löste, um dann zurück in die Realität zu kommen. Ein roter Faden zog sich vor allem durch die Liebesgeschichte in der Realität, einer, der sich durch alle Visionen zieht, hätte hier vielleicht für zusätzliche Spannung gesorgt. Da es sich aber um das erste Buch einer Trilogie handelt, nehme ich an, dass sich dies noch steigern wird.

Der zweite Band ist bereits runtergeladen und wartet darauf, gelesen zu werden, der dritte Band soll im Frühjahr diesen Jahres erscheinen. 

Aktuelles über die Autorin und ihre Bücher findet Ihr auf: 


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