Dienstag, 15. März 2016

Buchblogger im Interview: Feuerflocke - 15.03.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Der heutige Blog gehört Evanesca Feuerblut und hört auf den Namen
FeuerFlocke



Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Er heißt „FeuerFlocke“ (mit dem Untertitel „der etwas andere Bücherblog“). Da ich den Blog mit fruehstuecksflocke führe und ich als „Evanesca Feuerblut“ unterwegs bin, wollten wir etwas, das unsere Namen vereint.
Und da ich auch den Header für den anderen Blog von uns beiden selbst gezeichnet habe, musste es etwas sein, das ich auf einem Karoblatt mit Buntstiften selbst realisieren konnte.
Da haben wir einige Sachen ausgetestet, bis wir bei der „FeuerFlocke“ gelandet sind. Ein Name, der insofern toll ist, dass er Feuer und Eis vereint, denn bei der Flocke (ohne Frühstück) denkt natürlich niemand an Müsli, sondern an Schneeflocken. Und die in einer Feuervariante? Klingt zumindest nicht alltäglich.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
https://feuerflocken.wordpress.com/ - die URL ohne das n war leider schon weg. Macht aber nichts, dadurch sieht man in der URL schon, dass wir zu zweit sind.

?Seit wann bloggst du schon?  
Seit 2007. Wenn auch damals nicht wirklich regelmäßig und teilweise mit jahrelangen Pausen und noch bei blogspot. Richtig regelmäßig blogge ich eigentlich erst seit 2011.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs? 
 Ja. Die FeuerFlocke ist im Prinzip mein Blog Nummer 3.
Chronologisch gesehen ist http://feuerblut.wordpress.com Blog Nummer eins (das ist der, der 2007 noch bei blogspot gestartet ist), der sich mittlerweile zum Autorenblog gemausert hat.
Gegen 2011 lud mich fruehstuecksflocke ein, bei der Weltenschmiede einzusteigen. Inzwischen habe ich mehr Blogposts dafür geschrieben als der eigentliche Gründer :P.
Außerdem gehöre ich zu den Beitragenden auf http://www.schreibmeer.com/ .

?Worum geht es auf deinem Blog? 
Rezensionen und Buchgedanken (wobei es von letzterem erst eins gab). Dabei wollen wir nicht NUR Bücher rezensieren, sondern auch den einen oder anderen Visual Novel (also ein Spiel), Mangas, vielleicht auch mal einen Comic.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?  
Jetzt müsste ich nachschauen. Direkt auf dem Blog 99, 6 auf Bloglovin, 32 auf Facebook.
Reichweite ist mir wichtiger als die Followerzahl. Ich stelle viele Bücher vor, die man nicht überall auf Blogs findet und die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Wenn aber niemand den Blog kennt… tja.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?  
Ich nehme an Aktionen wie dem Bloggeradventskalender der Tintenelfe  teil oder dem Gastpostadventskalender vom vorletzten Jahr bei der Tintenhexe.
Außerdem tummle ich mich in Gruppen für Buchblogger und in anderen Bloggergruppen (wenn auch dort momentan nicht so aktiv, wie ich sollte).

?Du gibst deinem Blog den Untertitel „der etwas andere Bücherblog“. Was unterscheidet ihn von anderen? Was tust du, um dich mit deinem Blog von anderen Bücherbloggern abzuheben? Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit, die die anderen nicht haben?
Ich folge sehr vielen Buchbloggern und irgendwann ist mir beim Abrufen meines Feeds oder beim Stöbern in den Gruppen aufgefallen, dass die meisten Blogs das Selbe posten. Rezensionen zu Büchern, die die Großverlage gerade en gros verschenken, dieselben Aktionen…
Irgendwie fing es an, mich zu stören. Ich habe kein Problem, mehrere Rezensionen zu einem Buch zu lesen, aber es wird nervig, wenn diese Rezensionen in Packungen à la 3 am Tag reinkommen.
Und wenn ich dann die Rezension sofort als „gelesen“ markiere, weil es   SCHON WIEDER   zu   DIESEM   Buch ist… ist das auch nicht im Sinne von Buchbloggern und Autoren.
Parallel dazu hat es sich ergeben, dass die Balance Independent vs. Großverlage bei meinen Lesegewohnheiten immer mehr in Richtung Independent gegangen ist. Die Ratio liegt bei eBooks (selbstgekauft und Rezensionsexemplare) ungefähr bei 4:1 zugunsten der Independent-Bücher, bei Print umgekehrt, aber mit steigendem Independent-Anteil.
Die meisten Großverlag-Bücher, die ich lese, sind dann schon älter. Oder Klassiker. Oder völlig exotisches Zeug, das NIE einen Hype hat und in den Buchbloggerolymp aufsteigen darf.
Schade drum?
Sehr schade drum.
Das Konzept hinter dem Blog ist also: Ich stelle vor, was ich gelesen habe. Und zwar erst Recht, wenn es sich dabei um einen Roman handelt, den kein Mensch kennt oder der schon älter ist. Bücher verdienen Aufmerksamkeit, auch dann, wenn kein Verlag ein Millionenetat für die Werbung ausgibt. Da setzen – theoretisch – meiner Meinung nach Buchblogger ein. Sie stärken die Bücher, die nicht ohnehin für alle sichtbar werden.
Den oberen Trend – Buchblogger als Werbefläche der Großverlage – finde ich sehr schade. Dazu gibt es diesen sehr treffenden Blogpost: http://pudelmuetzes-buecherwelten.de/wie-verlage-einem-die-lust-auf-neuerscheinungen-verderben/
Genau das möchte ich nicht. Ein neues Buch gar nicht erst lesen wollen, weil ich schon Monate vor dem Erscheinungstermin das Cover nicht mehr sehen kann, ohne genervt „Das schon wieder“ auszurufen.
Was ich selbst nicht gerne lese, will ich aber nicht selbst noch verbreiten. Alles andere wäre inkonsequent.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Leider momentan noch nicht, Blogtouren oder andere besondere Aktionen fände ich toll.
Mit Gewinnspielen stehe ich allerdings ein bisschen auf Kriegsfuß. Wir haben mal eins auf der Weltenschmiede gemacht. Dann hat jemand das Buch abgegriffen, der sonst nie bei uns auf dem Blog ist und dann auch nicht wiederkam.
Unsere Stammleser gingen leer aus.
Falls ich also mal wieder ein Gewinnspiel veranstalte, überlege ich mir, wie ich vorgehe, um Abgreiferei vorzubeugen.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Bisher nur mit Tintenelfe und Tintenhexe, aber auf lange Sicht möchte ich auch mal mehr machen. Eine tolle Kollegin habe ich schon im Sinn, die ich mal fragen will, ob wir gemeinsam was auf die Beine stellen.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?  
Rezension schreiben: Zwischen 1 Stunde und 6 Stunden (unabhängig von der Länge, manche Bücher sind schwerer zu rezensieren als andere, für einige will ich noch mal nachlesen, was ich auf Goodreads o.ä. zu Zwischenabschnitten notiert habe…).
Falls ich an einer Leserunde teilnehme, kommen bis zu 3 Stunden / Tag für das Lesen der Abschnitte und Verfassen der Abschnittskommentare hinzu. Meine Kommentare sind manchmal… lang. Oder jemand anders hat lange Kommentare und ich will darauf antworten. Und so weiter.
Kommunikation mit Autoren ist auch ein wichtiger Punkt, bei dem ich schwer sagen kann, wie viel Zeit er einnimmt. Ich frage bei Rezensionsexemplaren immer nach, ob ich das Cover verwenden darf, sonst muss im Zweifelsfall die Rezension ohne Cover erscheinen. Beantworte Anfragen, ob ich ein Rezensionsexemplar annehmen möchte oder nicht.
(Natürlich plaudere ich gern mit Autoren, aber das ist dann keine Arbeit am Blog, sondern Freizeit und Vergnügen!)
Last but not least müssen die Blogposts dann in die Social-Media-Kanäle und dort gestreut werden. Das kann auch pro Blogpost schon mal dauern.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?  
Für meinen Blog… würde ich mir wünschen, meinen Turnus von einer Rezension pro Woche besser einhalten zu können und somit mehr tollen Büchern – die sonst zu wenig im Web vertreten sind – zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Im Moment habe ich entschieden zu viel Real Life dafür.
Und darüber hinaus wünsche ich mir momentan einfach nur eine Zukunft, in der ich mir nicht täglich wünsche, in eine Galaxie ganz weit entfernt auswandern zu können, weil auf unserem Planeten mehr schiefläuft, als ich hier aufzählen möchte. Es gibt keine perfekte Welt. Aber wenigstens eine halbwegs passable Welt wäre doch machbar und im realistischen Bereich.
(Und ich wünsche mir, nicht so oft wegen des Zustands der Erde resigniert zu seufzen, sondern ein wenig mehr anzupacken und was zu ändern. Dafür sind die ersten Schritt angeleiert.)

Über dich:  


?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?

Wir sind zu zweit – fruehstuecksflocke ist Gründer der Weltenschmiede und Betreiber des Tintenflecks und ein toller Kurzgeschichtenautor.
Ich bin im Web als Evanesca Feuerblut bekannt, derzeit 25 Jahre alt und betreibe alles Mögliche und all das mit viel Liebe.

Evanesca Feuerblut


?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?  
Ich studiere den Master Weltliteratur an der Mainzer Universität. Das ist eine Mischung aus „was mit Sprachen“, „was mit Büchern“ und „was mit Medien“ und ich liebe es, weil es genau so ist, wie ich. Wozu sich auf eins festlegen, wenn man drei Dinge in einem haben kann?
Außerdem strebe ich gerade eine nebenberufliche Selbstständigkeit an und bin dabei, alles Notwendige zu organisieren.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Da ich das Schreiben als Beruf sehe, bleibt an reinen Hobbys nur noch „zeichnen“, „singen“ und „Musik hören“, fürchte ich.
Das Zeichnen vernachlässige ich momentan leider ein bisschen und das sieht man den Bildern leider an. Ich mache diesen Strich mit dem Stift, sehe ihm dabei zu, wie er genau in die falsche Richtung läuft und mir das ganze Bild versaut. Eigentlich schade, da es mich unheimlich entspannt, gerade wenn ich es traditionell betreibe. Erst letztens habe ich unter anderem zu Wachsmalstiften gegriffen und festgestellt, wie gut es tut, mit diesen fettigen, etwas stinkenden (da uralten) Stiften zu arbeiten und dabei so richtig dreckige Hände zu kriegen.
Musik habe ich immer dabei, seit ich mit 5 meinen Walkman bekam und singen… ich kann es nicht, aber ich liebe es heiß und innig.
Wobei, stimmt gar nicht. Ich bin in meiner Freizeit im ehrenamtlichen Marketingteam eines textbasierten Browsergames tätig, das ich selbst auch schon eine Weile mit einigen Freunden bespiele. Und ich code gerne an Dingen in meinem Forum herum.
Momentan versuche ich beispielsweise, eine Begrüßungsbox mit Avatar, relevanten Informationen und zwei nebeneinanderstehenden DIVs zu basteln. Da ich auf dem Gebiet eher interessierte Laiin bin, mache ich viele Fehlversuche und brauche ewig, bis ich etwas so hinkriege, wie es sein soll. Aber es ist ein toller Ausgleich zu allem anderen.
Und was die Zeitfrage angeht, frage ich mich manchmal ja selbst, wie ich das schaffe. Aber ich könnte nichts davon aufgeben.

?Print oder E-Reader? 
Eine gesunde Mischung aus Beidem, wobei das Smartphone als Reader herhält.
Im Moment muss ich so viel für die Uni mit Print arbeiten, dass für mich eBooks die dringend nötige Entspannung bieten.
Dann wieder arbeite ich viel am Computer und empfinde das gedruckte Buch als Wohltat.

?Fernseher oder Radio? 
Fernseher. Ich war nie die große Radiohörerin, aber immer begeistert von Filmen. Auch wenn ich momentan kaum dazu komme, mir welche anzuschauen.

?Serie oder Film?
Eher Film als Serie. Mir fehlt fast immer die Zeit, um eine Serie ordentlich zu verfolgen, aber ein Filmabend lässt sich immer einschieben.

?Zelt oder Luxushotel?  
Luxushotel. Ich bin ein absoluter Outdoormuffel.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Das ist eine gemeine Frage, aber… es gibt nur deutsche Bücher nicht zu kaufen. Ich kann also gemäß der Fragestellung immer noch auf Englisch, Französisch und Russisch ausweichen.
Falls es die auch nicht gibt und falls der Fall eintritt, dass ich im Hotel kein WLAN habe, mein Smartphone nicht dabeihabe und somit auch eBooks ausfallen…
Schreiben. Schreiben geht immer und überall.

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Ich habe über 700 Printbücher, mein SUB ist trotz Abbauversuche immer etwas größer als ich und ich lese ab und zu Mangas.
Ansonsten weiß ich nie, was ich bei solchen Fragen schreiben soll. Ich halte mein Leben für relativ unspannend, auch wenn mir regelmäßig Leute das Gegenteil erzählen, wenn ich ihnen etwas erzähle.

Über das Lesen:

?Wie viel liest du am Tag?  
Unterschiedlich. An manchen Tagen nur beim Pendeln (2 mal 70 Minuten, ungefähr) und vielleicht noch eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. An anderen Tagen tue ich bis auf Essen und Schlafen sonst nichts anderes.
Und wenn mich ein Buch gepackt hat, trage ich es überall mit mir herum und kratze mir fünf- und zehnminütige Leseeinheiten zusammen, obwohl ich gar keine Zeit habe.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?  
Wenig. Ich versuche mal eine Hochrechnung. Elektronische Bücher im Schnitt 2€ im Monat (manchmal keins, manchmal eins für 99 Cent und manchmal innerhalb eines einzigen Monats eBooks im Wert von zusammengerechnet 13€) und Printbücher hochgerechnet 10€ monatlich.
Es gibt für mich drei große Gebrauchtbücherhauls im Jahr (Bücherflohmärkte der Fachschaft Buchwissenschaft an der Uni und ein Bücherflohmarkt in Österreich), bei denen ich auch schon mal bis zu 20€ ausgebe und dann riesige Büchertaschen schleppe.
Gelegentlich gönne ich mir ein Printbuch aber auch neu oder direkt spontan im Buchladen. Das ist zwar seltener, aber die Bücher sind dafür ein gutes Stück teurer.

?Wo liest du am liebsten?  
Da gibt es keine Präferenzen. Überall, wo mich niemand stört und was nicht zu sehr wackelt.

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?  
Schwer zu sagen. Spontan hätte ich ja Fantasy gesagt, aber wenn ich dann schaue, was ich tatsächlich lese, dann ist gar nicht mal so viel Fantasy darunter.
Vielleicht kann ich eher sagen, was ich nicht lese – das sind Liebesromane, Erotik und eine bestimmte Art von Jugendfantasy / Jugenddystopie, bei der die fantastischen Elemente nur dazu dienen, einen Dreiecksgeschichte mit einer Teenie-Protagonistin zu erzählen.
Generell ist Literatur, bei der Romantik im Vordergrund steht, einfach nicht meins.
Ansonsten lese ich aber vom unbekannten Fantasy-Selfpublisher bis Kafka so gut wie alles.

?Du hast ein großes Spektrum von Büchern, die du rezensiert hast auf deinem Blog. Viele davon muss ich zugeben, kenne ich gar nicht. Wie findest du die Bücher, die dich interessieren?
Ich bin Spontankäuferin.
Wenn bei Amazon ein eBook in der Gratisaktion ist, dessen Cover mich anlacht, ist es oft schneller runtergeladen, als ich den Klappentext lesen kann.
Bei Bücherflohmärkten und Wühltischen kaufe ich oft Bücher, weil der Klappentext eine skurrile Idee verspricht – auf meinem SUB liegt ein historischer Roman, in dem Goethe irgendwas mit Napoleon zu schaffen hat und jemanden über den Rhein schmuggelt. Oder weil ich irgendwann davon gehört habe, dass man diesen Klassiker unbedingt mal lesen sollte.
Oder weil irgendwer mal auf Facebook von der Reihe geschwärmt hat und Band 1 nur 25 Cent auf dem Flohmarkt kostet.
Wobei, das gilt auch für Buchläden. Ich verirre mich rein, mich lacht ein Klappentext an, ich lese die Mitte des Buches und kaufe es.
Bei Rezensionsexemplaren fragen mich oft Autoren, ob ich ein Buch lesen möchte. Wenn mich die Leseprobe reizt, stimme ich zu. Auch dadurch habe ich schon Bücher entdeckt, von denen ich sonst NIE gehört hätte.
Ansonsten gibt es einige Autoren und Verlage, bei denen ich unbesehen einfach alles kaufe. Da habe ich vollstes Vertrauen. Ich besitze beispielsweise fast alle Bücher aus dem Verlag O’Connell Press und kaufe unbesehen so gut wie alles, wo „Darkover“ oder „Anne Rice“ draufsteht.
Dass ich ganz gezielt ein bestimmtes Buch kaufen möchte und das dann auch über längere Zeit hinweg ansteuere, passiert in letzter Zeit selten. Dazu liebe ich es im Moment zu sehr, Neues zu entdecken und mich überraschen zu lassen.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?  
Ich kann mich gerade nicht entscheiden, da mich beide stark beeindruckt haben:
„Gelöscht 01: White“ von Sabina S. Schneider und die Annabelle-Rosenherz-Reihe von Anja Bagus. Bei beiden habe ich teilweise andere Dinge vernachlässigt, weil ich am Buch klebengeblieben bin. Dabei wollte ich doch nur bis zum Kapitelende lesen.
Du kennst das sicherlich.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?  
Ich möchte endlich dazu kommen, mir die letzten zwei Bände der „Demi-Monde“-Reihe zu besorgen und zu lesen.
Aus irgendeinem Grund hat Randomhouse nur Band 1&2 im Programm, Band 3&4 erschienen in einem anderen Verlag, ausschließlich auf Englisch und sind kaum neu zu bekommen. Und ich vergesse andauernd, sie endlich auf Amazon zu bestellen.

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?  
Kommt darauf an.
Ich breche sehr, sehr selten ab. Dazu muss es schon jenseits aller Scheußlichkeiten sein. Bisher habe ich erst zwei Bücher abgebrochen, an die ich mich bewusst erinnere. Einmal eins, das ich angefangen habe und sehr eklig fand und einmal „Die Memoiren des Guiseppe Garibaldi“, das ich schlicht langweilig fand.
Ansonsten halte ich tapfer durch und muss dann eben ehrlich auf dem Blog schreiben, dass es mir nicht gefallen hat – und warum. Denn auch das hilft anderen Lesern. Wenn sie sehen, dass mir etwas Bestimmtes an den Charakteren oder am Plot nicht zugesagt hat, sie aber genau DAS mögen (oder nicht mögen), hilft das, sich für oder gegen ein Buch zu entscheiden.
Aus einem noch so furchtbaren Buch kann man außerdem als Autor immer noch lernen, wie man es nicht macht.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Ich lese es trotzdem zu Ende (einmal hat der Epilog eines sehr mittelmäßigen Buches für mich die ganze Story enorm aufgewertet und wieder rausgerissen), es könnte sich ja lohnen.
Und dann berichte ich von dieser Erfahrung.
Gerade bei Plots nach Schema F kommt das recht oft vor und da ich selber schreibe, fällt mir sowas auch einfach eher auf. Vielleicht verstehen einige Verlage, die immer nur das Selbe mit leicht verändertem Setting verkaufen wollen, dass manchen Lesern eben das nicht (mehr) gefällt.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Es kommt ja beim Lektorat auf sehr viele Faktoren an.
Ist der Spannungsaufbau sinnvoll, sind falsche Fährten sinnvoll, Weltenbau in sich stimmig und so weiter. Im Falle von stilistischem Lektorat dann natürlich auch, dass in einem historischen Roman aus dem Mittelalter den Figuren für die wörtliche Rede keine Metaphorik in den Mund gelegt wird, die zu modern ist. Oder dass Jugendliche nicht in einer gewollten Pseudojugendsprache reden.
Das stört mich dann wirklich sehr und dann gefällt mir die Story irgendwann nicht mehr.
Ein Buch kann auch von sehr kompetenten Laien lektoriert sein und alle oben genannten Kriterien erfüllen. Oder der Autor ist ein Naturtalent und hat es selbst lektoriert – und das perfekt. Oder es kann von Profis durchgecheckt sein und trotzdem in allen Punkten versagen.
So ein Buch – tolle Story, aber schlecht lektoriert - hatte ich übrigens tatsächlich mal in der Hand. Mich überzeugte der Weltenbau und die Story an sich, ich hatte Spaß beim Lesen. Aber ich hätte Dialoge umgeschrieben, Stellen gestrafft und mir fiel an vielen Stellen etwas Kindliches und Unfertiges an der Umsetzung auf. Und ich habe es trotzdem genossen.
Manche Rohdiamanten sind auch in Rohform schön. Dem Buch hätte ein stilistisches Lektorat gut getan. Aber fein war es trotzdem.
Die Folgebände werde ich mir aber nicht holen, da die Leseproben dazu leider so aussehen, als wäre der Rohdiamant weiterhin roh.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Solange die Rechtschreibfehler so minimal sind, dass sie mir nicht auffallen, ist alles gut. Solange es harmlose Buchstabendreher sind, merke ich sie nicht mal.
Mir fällt auch nicht zwingend auf, ob ein Duschvorhang erst kariert, dann geblümt ist.
Aber Kommafehler oder andere Satzzeichenfehler sind schlimm. Kommas und Co. bestimmen ja, wo ich beim Lesen eine Pause im Kopf einlege. Wenn da etwas falsch gesetzt ist und dadurch der Satz falsch zerstückelt wird und darum keinen Sinn mehr macht, reißt mich das stark aus dem Lesefluss.
Als Sprachfanatikerin bin ich aber auch raus, wenn…
- Sätze in einer Sprache vorkommen, die ich beherrsche – und sie grammatikalisch falsch sind und man merkt, dass der Autor nur den Google Translator angeworfen hat
- auffällige Anachronismen vorkommen, wie beispielsweise Computerspielmetaphern in einem Buch, das im Mittelalter spielt
- oder z.B. auf dem Christentum basierende Redensarten in einer fiktiven Welt, in der nichts auch nur ansatzweise Christentumähnliches existiert
Also alles, was die Immersion für mich stört.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr selten Leseproben lese. Eigentlich nur dann, wenn mich Klappentext und Cover nicht überzeugen. Das kommt vor. Eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe, hatte so ziemlich das hässlichste Cover, das ich je gesehen habe.
Leider umfassen die meisten Leseproben den Anfang. Ich lese viel lieber nach dem Prinzip „Prolog (falls vorhanden), Anfang von Kapitel 1, beliebiger Auszug aus der Mitte“ und wenn mich das überzeugt, nehme ich das Buch mit.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass die ersten Seiten in der Regel die sind, bei denen am Meisten versucht wird, den Leser einzufangen. Ein Buch kann sehr stark anfangen – und dann rapide abfallen (wie im Falle des auf dem Blog rezensierten „Dhampir“).
Für mich ist interessanter, ob ein Buch – egal ob der Anfang sanft und leise daherkommt oder mich sofort einfängt – auch in der Mitte die Qualität noch halten kann.

Über Rezensionen: 

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
Ganz, ganz ursprünglich der egoistische Wunsch, auch Jahre später noch nachvollziehen zu können, was ich gelesen habe und wie ich es fand.
In der Grundschule musste ich mal ein Lesetagebuch führen, darin blättere ich immer noch gerne herum. Pro Buch eine Heftseite mit Autor, Titel und einer Kurzbeschreibung plus einem passenden Bildchen oder meinem Lieblingszitat.
Eine schöne Erinnerung.
Als ich 2006 ein Forum gründete, habe ich Vieles sehr chaotisch angefangen. Aber Rezensionen waren von Anfang an ein Teil davon (wenn auch meistens Ein-Satz-Rezensionen und sehr kurze Handlungsabrisse).
Halbwegs ordentliche Rezis schrieb ich aber erst ab 2011 und erst 2014 fand ich sie gut genug, um tatsächlich einen entsprechenden Blog zu eröffnen.
Und mittlerweile ist mir bewusst, wie wichtig Rezensionen sind und wie sehr Autoren Rezensionen brauchen. Da macht es mir noch mehr Freude, damit etwas zurückgeben zu können.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Bei denen für den Blog habe ich ein festes Schema. Das dient dazu, dass ich nichts vergesse, was vielleicht wichtig wäre. Bei meinen Forenrezensionen hatte ich oft „Ach ja, da gäbe es noch das und das zum Buch zu sagen“-Momente. Auf einem Blog wirkt das nicht professionell, also arbeite ich mit Kategorien für die einzelnen Bewertungen.
Außerdem achte ich darauf, auch wenn mir etwas nicht gefallen hat, es so zu formulieren, dass es sachlich und fair ist. Wenn ein Buch beispielsweise beinahe perfekt ist, aber fünf seltsame Rechtschreibfehler beinhaltet, überlege ich gut, wie ich das formuliere. Denn wenn ich zu sehr auf die fünf Fehler poche, wirkt das auf Leser viel abschreckender, als ich es gemeint hätte und das ist nicht fair.
Ich achte also sehr darauf, wie ich die richtige Balance zwischen „nichts, was mir missfallen hat verschweigen“ und „nicht das Negative überwiegen lassen“ finde. Menschen neigen ja dazu, mehr zu nörgeln, als das Gute hervorzuheben.
Außerdem bewerte ich immer das Buch als Gesamtpaket. Da gehört für mich bei Prints auch unbedingt Machart, Qualität der Buchbindung und Verarbeitung dazu. Was nützt mir ein tolles Buch, wenn es nach dem ersten Lesen auseinanderfällt?

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?  
Spoilern gehört nicht dazu.
Eine gute Rezension muss infotainen. Das heißt: Sie muss genau die richtige Länge haben, um zu unterhalten und genug Informationen haben, um erkennen zu lassen, ob der Leser das Buch mögen würde oder nicht.
Wenn ich mir meine allerersten Rezensionen anschaue, stelle ich zum Beispiel fest, dass ich den Inhalt zwar kommentiere, aber vergesse, das Buch an sich kurz zusammenzufassen. Wer das Buch nicht kennt, ist eher verwirrt als infotaint.
Eine gute Rezension ist also eine, bei der ich Spaß beim Durchlesen habe und nach der ich weiß, ob das Buch in mein Beuteschema passen würde (auch wenn ich Selbiges nicht wirklich definieren kann).

?Du erklärst dein Bewertungssystem von 1 bis 5 Sternen auf deinem Blog. Dabei stehen - wie ich finde ganz richtig - bereits vier Sterne für ein sehr gutes Buch, während die fünf Sterne für absolute Leseempfehlungen reserviert sind. Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem auch dort wieder fairer gestalten? 
Das System wäre auf Amazon bereits wesentlich fairer, wenn man dort auch halbe Sterne vergeben könnte.
Amazon ist ja völlig anders als so ein privater Blog. Auf dem Blog steht meine Meinung zu einem Buch und sie muss sich in der Regel nicht mit anderen Bewertungen messen.
Auf Amazon bildet sich der Durchschnitt.
Nun neigen Leser dazu, bei 4,5 potentiellen Sternen dazu, aufzuwerten und einem Buch mit winzigen Mängeln noch 5 Sterne zu geben. Bei 2,5 oder 1,5 Sternen neigen sie oft eher zum Abwerten.
Dann wiederum bewerten viele Leser Reihenauftakte grundsätzlich mit „Luft nach oben“ z.B. mit nur 3 Sternen, obwohl sie das Buch an sich eigentlich eher als Viersternebuch wahrgenommen hätten.
Das gibt ein riesiges Chaos und das Schlimmste ist, dass Autoren ja finanziell von diesen Bewertungen abhängig sind, die unzählige Menschen jeweils nach unendlich vielen selbstgewählten Kriterien abgeben.
Die Manie ist Quatsch. Gerade viele Jugendbücher oder YA-Bücher aus Großverlagen werden künstlich hochgepusht und erhalten sehr viele 5-Sterne-Rezensionen. Aber wenn ich in so ein Buch reinlese, stelle ich fest, dass das absolut nicht meine Welt ist.
Kein Buch unter 5 Sternen anzuschauen, bedeutet, nur das anzuschauen, was ein bestimmter Teil der breiten Masse mag. Und dabei entgehen dem Leser so viele wunderbare Bücher, die nicht ganz so einfach vermarktbar sind!

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?
Ja.
Rezensionen zu Rezi-Exemplaren grundsätzlich auf Lovelybooks, bei wasliestdu (falls möglich, ist bei SP leider schwierig) und Amazon.
Außerdem in meinem kleinen Bücher- und Autorenforum.
Selbstgekaufte Bücher rezensiere ich nicht zwingend auf Amazon und Lovelybooks, außer sie stammen von Indies. Aber auf allen anderen Plattformen schon.
Dabei versuche ich immer, die Texte zu variieren. Es steht also nicht in allen Rezensionen exakt das Gleiche drin.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Wenn es sich nicht um Rezensionsexemplare oder Leserundenbücher handelt, dann sind das die Bücher, die ich einfach ohnehin lese. Ich rezensiere bis auf Sekundärliteratur aus dem Universitätsbereich so ziemlich alles, was ich je gelesen habe.
95% rezensiere ich auch auf dem Blog. Bis auf einige Sachen, die schlicht unrezensierbar sind. Ich weiß bis heute nicht, wie ich Wolf Haas‘ „Verteidigung der Missionarstellung“ rezensieren soll und behaupte einfach mal, es geht nicht :D.
Leserunden fallen mir auf den Plattformen auf, auf denen ich unterwegs bin. Katze mit Buch, Lovelybooks, wasliestdu und leserunden.de – falls mich ein Buch interessiert, bewerbe ich mich einfach.
Manchmal habe ich Glück.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Sehr, sehr selten. Ich glaube, bisher habe ich nur drei oder vier Bücher direkt angefragt.
Meist ist es umgekehrt – ich werde gefragt, ob ich ein bestimmtes Buch als Rezensionsexemplar haben möchte.
Wenn es mir gefällt, sage ich zu und freue mich auf tolle Schmöckerstunden.

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?
Habe ich.
Zu den Lieblingsautoren gehören Anne Rice, J.K.Rowling, Stephen King, George R. R. Martin unter den Bestsellerautoren. So langsam schreiben sich auch andere Autoren in mein Herz, die leider noch nicht so bekannt sind, wie die oben genannten Kollegen. Dazu gehört beispielsweise die wunderbare Stefanie Bender und Anja Bagus, deren erste Aetherwelt-Trilogie ich vor ein paar Tagen verschlungen habe.
Lieblingsverlage… noch vor einem oder zwei Jahren hätte ich hier passen müssen. Vor meiner Buchbloggerzeit achtete ich nie darauf, aus welchen Verlagen mein Lesestoff stammte, da ich nur die Großverlage kannte. Fischer, Heyne, Goldmann, Carlsen… Damals dachte ich nicht darüber nach. Ich kaufte einfach, was mich interessiert.
Inzwischen bin ich mit der Vielfalt der Klein- und Nischenverlage betraut und beschäftige mich intensiv und bewusst damit, welches Buch wo verlegt wurde.
Mein Lieblingsverlag ist derzeit „O’Connell Press“. Bis auf den Pfau im Park besitze ich sämtliche bei ihnen erschienenen Bücher und es war keins dabei, das ich schlechter als 4 Sterne bewerten würde.

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Es kommt tatsächlich vor.
In letzter Zeit immer seltener, da ich mich in Sachen Lesegeschmack immer mehr vom Mainstream entferne und mir einfach Vieles, was gerade bekannt und bestsellerisch ist, nicht gefällt. Nicht meine Themen, nicht mein Schreibstil oder nicht die Figuren, mit denen ich mich identifizieren kann.
Aber ich liebe beispielsweise „A Song of Ice and Fire“ und das werde ich auch verbloggen, sobald ich dazu komme.

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Ja. Sehr gerne und die Tendenz steigt.
Bis auf kostenlose Klassiker stammen alle meine eBooks von Indies und ich weiß jetzt schon, dass der BuCon auch dieses Jahr dafür sorgen wird, dass einige weitere Printbücher in meinem Regal landen.

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Da ich mich überwiegend in diese Richtung orientiere beim Lesen, gehe ich kaum noch in normale Buchläden. Eben weil das, was ich lese, dort sowieso nicht ausliegt.
Ich sehe sie in Autorengruppen, Schreibcommunitys und Foren. Also überall da, wo ich mich auch im Internet herumtreibe.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?
Buchwerbung steht und fällt mit der Persönlichkeit der Werber.
Wenn jemand zum 50sten Mal den gleichen Post in eine Facebookgruppe reinwirft, in dem einfach „Kauf mein Buch“ steht, nervt das. Ganz schlimm machen das auch manche Autoren auf Twitter, gefühlt 5 mal am Tag gibt es den Amazonlink, garniert mit „Fünf Sterne für mein Buch!“ und es ist die eine uralte Rezension von Tante Erna aus dem Jahr 2013.
Werbung, die mich anspricht, ist (selbst)ironisch, originell und lädt mich dazu ein, sich überhaupt erst mit dem beworbenen Inhalt zu befassen.
Das, was für „Seiten der Welt“ gemacht wurde, fand ich toll.
Releasepartys auf Facebook sind auch toll. Oder Marie Graßhoffs tolle „Kernstaub Geburtstagsparty“ letztes Jahr. Das war genial.
Wenn das dann natürlich alle machen, wird es stressig. Dann ist man auf einmal bei 50 Releasepartys von Büchern, von deren Autoren man noch nie gehört hat.
Es muss überall das richtige Maß sein.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit? 
Gute Frage. Übersättigt ist der Buchmarkt grundsätzlich nie.
Neue Zeiten, neuer Zeitgeist, neue Geschichten über neue Probleme. Ich liebe beispielsweise Klassiker heiß und innig, aber beim gemütlichen Diskutieren mit anderen Klassikerlesern kommt dann ganz oft in Bezug auf Romane wie „Die Leiden des jungen Werther“ der Satz „Heutzutage hätte es nicht dazu kommen müssen, dass er sich erschießt, denn heutzutage ist die Gesellschaft so, dass…“
Damit meine ich nicht, dass alte Geschichten schlecht sind. Ich liebe alte Geschichten. Aber wir brauchen auch neue Geschichten. Und da die Zeiten sich schnell ändern und die Lebensentwürfe nicht mehr so determiniert sind, wie noch vor wenigen Jahrzehnten, brauchen wir immer mehr davon.
Ob es dem einzelnen Buch etwas bringt, ist eine andere Frage. Natürlich freue ich mich, wenn ich ein Buch gewinne. Aber wenn ich bei einem Gewinnspiel mitmache, dann für Bücher, die ich in der Regel ohnehin auf dem Schirm habe. Erst neulich habe ich zum fünften oder sechsten Mal bei einem Gewinnspiel für ein- und das selbe Buch mitgemacht. Und versprach ganz frustriert: Also wenn ich es JETZT schon wieder nicht gewinne, dann kaufe ich es mir.
Und jetzt ist es gekauft.
Umgekehrt – wenn ich ein Buch, das ich gewonnen habe, dann auch auf dem Blog rezensiere, steigere ich indirekt natürlich die Sichtbarkeit des Buches. Aber das ist dann nicht mehr die Direktwirkung durch das Gewinnspiel selbst, sondern die Sekundärwirkung meiner Rezension.
Darum antworte ich auf diesen Teil der Frage mal mit „Ich weiß es nicht“.

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden?
Ich danke dir für diese tolle Möglichkeit!
Und ich zeige mal dieses Bild – auf dem das Regal durch einen künstlerischen Filter ein wenig künstlerisch und dadurch nicht so völlig unordentlich aussieht. Es ist eins von vier (auf zwei Haushalte verteilt), außerdem ist die ganze Wohnung voller Bücher.

Unordentlich? Wo?

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