Dienstag, 29. März 2016

Buchblogger im Interview: Bohemian Lena - 29.03.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Heute ist Lena Cilentana an der Reihe mit ihrem Blog
Bohemian Lena



Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Mein Blog heißt Bohemian Lena. Lena ist mein Name. Bohemian ist da schon etwas schwieriger zu definieren. Für mich bedeutet es, die Liebe zur Kunst und Kreativität, die Leidenschaft für Literatur und das Schreiben an sich. Ferner bringe ich damit Weltoffenheit und die Liebe am Leben in Verbindung.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden? 

?Seit wann bloggst du schon?  
Ich blogge erst seit Anfang des Jahres 2016. Der Blog ist somit noch relativ neu.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs? 
Ich hatte während meines Italienaufenthalts einen Blog, den ich jedoch damals aufgrund mangelnder Internetverbindung aufgeben musste.

?Worum geht es auf deinem Blog? 
In meinem Blog behandle ich all die Themen, die mich persönlich interessieren. Literatur, Rezepte, Gedanken im Allgemeinen, Erfahrungen im Besonderen. Auf meinem Blog vereine ich also all meine Hobbies zu einem Ganzen.

?Werden wir in Zukunft mehr über deine Leidenschaft für Bücher auf deinem Blog erfahren?  
Auf jeden Fall. Ich lese unwahrscheinlich gerne und möchte mich natürlich mit anderen Bücherverrückten darüber austauschen.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?  
500. Nein, im Ernst. Ich habe noch keinen einzigen Follower. Welch traurige Bilanz, oder? Die Zahl der Follower steht für mich nicht an erster Stelle. Jedoch möchte ich schon, dass andere meinen Blog lesen, sonst kann ich mich mit niemanden darüber austauschen. Ich hoffe, dass die Zahl der Follower mit der Zeit ein wenig steigt.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?  
Derzeit, ehrlich gesagt, noch nicht so viel. Ich nehme an Blogparaden teil oder versuche mich auf andere Weise mit Gleichgesinnten zu vernetzen. Aber leicht ist es auf keinen Fall, sich in der Masse abzuheben und regelmäßige Leser für sich zu gewinnen.

?Was tust du, um dich mit deinem Blog von anderen Bücherbloggern abzuheben? Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit, die die anderen nicht haben?
Mein Blog ist kein reiner Bücherblog. Ich berichte einfach über all das, was mir Spaß macht. Einen eigenen Stil habe ich dabei nicht, ich gebe einfach nur meine persönliche Meinung wieder, genauso, wie es andere Blogger auch tun. Auf Teufel komm raus, eigene Strategien zu entwickeln, um ja anders zu sein, ist mir dann doch zu kompliziert und zeitaufwändig.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Da mein Blog noch sehr jung und klein ist, ist dementsprechend noch nichts geplant.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Gemeinsame Aktionen habe ich bisher noch nicht geplant, könnte es mir aber für die Zukunft generell sehr gut vorstellen.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
So viel Zeit, wie nur irgendwie möglich. Mal mehr, mal weniger. Ich versuche jedoch wöchentlich zwei Beiträge zu veröffentlichen, da ich meinen Blog regelmäßig pflegen und mit neuem Content versorgen möchte.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?
Große Erwartungen habe ich nicht. Ich wünsche mir jedoch, dass der Blog mit der Zeit an Followern wächst und ich die ein oder andere BloggerIn kennenlernen kann.

Über dich:  


?Wer ist der Mensch hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?


Bohemian Lena ist nachdenklich, vielseitig interessiert, mag die Abwechslung, reist gerne und erlebt gerne Abenteuer. Das bin ich:


?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?  
Ich bin Übersetzerin, bin jedoch gerade dabei, mich beruflich neu zu orientieren. Da ich in den letzten Jahren als Assistentin und Büroangestellte tätig war, möchte ich mich in diese Richtung weiterbilden. Mal sehen, was die Zukunft noch mit sich bringt. 

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?  
Die Zeit nehme ich mir einfach. Ich mache gerne Yoga und Pilates oder verbringe Zeit mit meiner Familie und Freunden. 

?Print oder E-Reader? 
Print. E-Reader mögen ihre Vorzüge haben, aber ich bevorzuge Bücher in Print. Warum? Ich liebe das Geräusch, wenn ich eine Seite umblättere. Außerdem haben Bücher einen tollen Duft. Schon mal an Büchern gerochen? Sie sehen einfach toll aus, wenn sie nebeneinander in einem Regal oder sonstwo liegen.  

?Fernseher oder Radio? 
Och, das kommt darauf an. Ich schaue nicht so viel fern. Der Fernseher läuft eher so im Hintergrund, als Geräuschkulisse. Ich sehe gern „Das Perfekte Dinner“, sonst kann mich das Fernsehen nicht wirklich anziehen. Radio hör ich meist nur im Auto. 

?Serie oder Film?  
Beides. Meine Lieblingsfilme könnte ich mir ständig ansehen, ohne dass es langweilig wird. Dazu gehören: Volver, Die Fabelhafte Welt der Amelie, Frühstück bei Tiffany’s und Eat, Pray, Love. Serien mag ich auch, allerdings keine Arztserien. Dharma und Greg, Golden Girls, Gilmore Girls sowie Charmed gehören dabei zu meinen Favoriten. 

?Zelt oder Luxushotel?  
Zelt ist mir echt zu unbequem. Dann doch lieber das Luxushotel. 

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?  
Ich schreibe einfach ein eigenes Buch. Über die Abenteuer, die ich vor Ort erlebe usw. 

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?  
Hm. Da fällt mir spontan eigentlich nichts ein. 

Über das Lesen: 

?Wie viel liest du am Tag?  
Das ist ganz unterschiedlich. Das kann ein halber Roman sein oder nur ein Kapitel. Es kommt darauf an, wie viel Zeit ich an dem Tag in das Lesen investieren möchte/kann. 

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?  
Ich schätze zwischen 20 und 50 Euro. Manchmal mehr, manchmal weniger. 

?Wo liest du am liebsten?  
Im Bett. Jedenfalls im Liegen. 

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?  
Am liebsten lese ich Romane. Ob das jetzt historische oder spirituelle Romane sind, ist dabei nicht wichtig. Was ich allerdings gar nicht lese, sind Horror- und richtig krasse Psychothriller. In der Welt passiert genug Horror, dann brauch ich mir das in Form von Filmen und Büchern nicht zusätzlich zu geben. 

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?  
Tausend strahlende Sonnen von Khaled Hosseini. Es ist ein Roman über das Leben,  die Wünsche und Träume zweier afghanischer Frauen. Teilweise wirklich traurig, aber spannend zugleich. 

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?  
Letztens habe ich mir wieder ein neues Buch geholt, „Es muss wohl an dir liegen“ von Mhairi McFarlane. Darauf bin ich schon sehr gespannt. 

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?  
Ich gebe dem Buch bis zu Hälfte etwa eine Chance, wenn es mir bis dahin nicht gefällt, dann breche ich ab, lese mir Rezensionen dazu durch (vielleicht kommt ja das Beste zum Schluss) und dann muss es leider auch weichen, sprich, es wird verschenkt oder verkauft. 

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?  
Tja, das kann vorkommen. Manchmal ist die Idee für ein Buch richtig spannend und gut, doch sie wird nicht gut genug umgesetzt. Das ist jedoch Geschmackssache.  

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?  
Es fällt mir schon manchmal auf, aber es stört mich nicht weiter, solange die Story mich fesselt und mir gefällt. Aber was verstehen Laien denn unter schlecht lektorierten Bücher? Manchmal gehört es vielleicht einfach zum Stil dazu. 

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss? 
Fehler sind menschlich. Niemand ist perfekt. Wenn sich die Rechtschreibfehler häufen, dann wirkt das schon sehr unprofessionell und stellt den Autor in ein schlechtes Licht. Dafür sind Korrektoren und Lektoren schließlich da. Letzteres gilt natürlich auch für Logikfehler. Den Lesefluss stört es nicht, aber meine Fantasie erhält dadurch schon einen Knacks. Dann wirkt es wieder zu unglaubwürdig und stört meinen Gedankenfluss.  

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?  
Klappentext und Cover reichen mir vollkommen aus. Leseproben lese ich eigentlich nie, ich lass mich da lieber von Ersteres überzeugen und mich im Anschluss überraschen. 

Über Rezensionen: 

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?  
Die Liebe zum Schreiben gepaart mit der Liebe zum Lesen. Es soll zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit anderen begeisterten Lesern dienen. 

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen? 
Rezensionen sind gar nicht so einfach. Man möchte Vieles zu Sprache bringen, aber nicht zu viel verraten, um die Anderen nicht um ihr Leseglück zu bringen. Meine Rezensionen dürfen nicht zu lang und nicht zu kurz sein. Die perfekte Rezension habe ich allerdings noch nicht drauf. 

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?  
Eine Rezension soll Inhalte oberflächlich wiedergeben. Danach kommt die persönliche Meinung über das Buch. Wie hat das Buch gewirkt? Welche Emotionen waren beim Lesen im Spiel? Zu lange Rezensionen nehmen mir meist den Spaß am Lesen. Spoilern geht gar nicht, dann kann ich mir das Lesen ja sparen. 

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem auch dort wieder fairer gestalten? 
Jeder Mensch ist nun mal anders. Einige lassen bei ihren Bewertungen handwerkliches Geschick mit einfließen, andere legen den Fokus eher auf die eigentliche Geschichte. Wiederum andere werden mit einem bestimmten Charakter nicht warm. Was ich damit sagen möchte, jeder bewertet nach anderen Kriterien. Wer jedoch nur Bücher mit 5 Sterne-Bewertung liest, dann ist das zwar legitim, finde ich persönlich aber etwas schade. Denn meine persönliche Meinung und mein Geschmack, lasse ich mir nur ungern von der Masse diktieren. Wie man das Bewertungssystem fairer gestalten könnte? Unfair ist es doch gar nicht. Jeder darf seine Meinung sagen, aber seine eigene Meinung bildet man sich am besten selbst. 

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?  
Nein, mein Blog reicht dafür aus. 

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?  
Ich gehe einfach in eine Buchhandlung und stöbere. Oder ich lese etwas in der Zeitung, im Internet oder erfahre durch Freunde von einem guten Buch.  

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?  
Nein, dafür ist mein Blog eindeutig zu klein. 

Autoren und Verlage: 

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?  
Ich mag den Stil von Anna Gavalda total gerne. Man fühlt sich sofort in das Geschehen hineinversetzt und hat das Gefühl, mittendrin zu sein. Lieblingsverlage habe ich jedoch keine, darauf achte ich beim Buchkauf eigentlich eher weniger. 

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?  
Alles, was ich lese, wird rezensiert. Da sind natürlich auch bekannte Autoren sowie Bestseller dabei. 

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?  
Wie gesagt, die Wahl des Verlages ist für mich kein Kriterium. Wichtig ist für mich, dass das Buch mich inhaltlich anspricht. 

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?  
Meist durch andere Bücherblogs. 

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?  
Werbung, auch für Bücher, ist völlig legitim. Nerven tut mich eigentlich nichts, denn wenn es mich nicht interessiert, dann kaufe oder lese ich es nicht. Was mich anspricht? Eine schöne Sprache und ein tolles Buchcover. Das Auge liest halt mit. 

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Mark ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit? 
Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt Leute, die sind nur auf kostenlose Sachen aus. Die nehmen dann an Gewinnspielen teil, aber ob das wirklich einen Mehrwert für das Buch/den Autor bedeutet, weiß ich nicht. Die Zielgruppe spielt natürlich eine große Rolle.  


Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden?  
Ich danke dir, für dieses wunderbare Interview. Es hat Spaß gemacht, auf diese interessanten Fragen zu antworten. Da ich gerade fleißig am Ausmisten und Möbelrücken bin, gibt es leider (noch) kein Foto von meinen seeehr chaotischen Bücherregalen.

Statt des Buchregals gibt es einen Screenshot von Bohemian Lena


Sonntag, 27. März 2016

Buchrezension: Die Geschichtenerzählerin von Stella Jante

Eigentlich lese ich viel zu wenig, um ernsthaft meinen Blog mit Rezensionen füllen zu wollen, denn ich brauche Monate für ein einziges Buch. Das hat verschiedene Gründe, der größte davon ist aber, dass ich in der Regel entweder lesen oder schreiben kann. Mein Kopf möchte sich nicht auf zwei Geschichten gleichzeitig einlassen. Trotzdem lese ich, wenn auch wesentlich seltener als früher und meistens nur in der Badewanne. Da ich kann nicht Wasser predigen und selbst Sekt saufen will, werde ich auch Rezensionen zu den gelesenen Büchern schreiben. Wenn ich es also tatsächlich mal schaffe, meine Zeit dem Lesen eines Buchs zu widmen, werde ich meine Meinung dazu hier, auf Amazon, Goodreads und Lovelybooks einstellen.

Stella Jante:

Die Geschichtenerzählerin



Klappentext: 
Die 18-jährige Mena hat ihr Leben lang in ihren eigenen Welten gelebt. Ob nun selbst erfundene Geschichten oder die aus Büchern und Filmen: Sie liebt sie mehr als die Realität.
Eines Tages landet sie unverhofft wie Alice im Wunderland in einer Welt der Visionen, die sie nicht von der Realität unterscheiden kann. Alpine und irische Sagengestalten – auf einmal sind sie mehr als nur Geschichten. Noch dazu taucht ein junger, umwerfend aussehender „Traum-Mann“ auf, der ihr bei den Abenteuern in dieser Welt bedingungslos zur Seite steht. Von Reise zu Reise entdeckt sie, was es mit diesen lebensnahen Visionen auf sich hat und dass ihr Traum-Mann realer wird, als sie es sich je hätte träumen lassen …

Der erste Eindruck
Das Cover besticht mit außergewöhnlichen Farben, die eine Szene darstellen, die im Buch so oder so ähnlich tatsächlich vorkommt. Der Klappentext verspricht Realität und Visionen miteinander zu verweben, das macht neugierig! 

Das Leseerlebnis
Alpine Sagengestalten - ein Gebiet, auf dem ich mich überhaupt nicht auskenne - und irische Mythen werden in diesem Buch gekonnt miteinander vermischt und ergeben ein großes Ganzes, das so durchaus Sinn macht. Die Anderswelt, in die es die Protagonistin Mena in ihren Visionen immer wieder unvermittelt hineinzieht, ist gleichzeitig vertraut und unbekannt, beängstigend und inspirierend. Mena stellt bald fest, dass sie diese Welt sogar zu einem gewissen Grad beeinflussen kann. Insbesondere die Tatsache, dass sie in schöner Regelmäßigkeit in bedrohliche Situationen gerät, die teilweise lebensbedrohliche Ausmaße annehmen, führt dazu, dass sich Mena ihren Traummann Kinnon zur Rettung herbeisehnt. Und als er tatsächlich auftaucht, ist er am Ende so real, dass auch ihre eigene Realität auf den Kopf gestellt wird. Als Leser fiebert man mit Mena mit, erleidet ihre Verletzungen, kämpft gegen schlimmes Gift und verliebt sich wie sie in den Mann, der ihr zur Hilfe eilt.

Mena und Kinnon haben eine magische Verbindung, an der man als Leser sowohl in ihrer Realität als auch in der Anderswelt Anteil nehmen darf. Ich persönlich hätte mir fast mehr Szenen in der fantastischen Anderswelt gewünscht, denn die Fantasie der Autorin fesselte mich mit einer Mischung aus Fabelwesen und Mythen, von denen ich gerne mehr gehört hätte. Die Szenen in der Realität spiegeln eine halbwegs "normale" Liebesgeschichte wieder, in der sich Mena und Kinnon immer besser kennen- und lieben lernen. Die beiden werden mit ganz normalen Problemen eines jungen Liebespaares konfrontiert, doch immer wieder spielt auch die Anderswelt mit ihren eigenen Gesetzen mit hinein. Wer Liebesromane mag, wird dieses Buch lieben. Wer Märchen mag, wird es nicht mehr aus der Hand legen wollen. Und wer beides miteinander vermischen möchte, wird schlaflose Nächte mit diesem Buch verbringen. Kinnon, der stets zur Stelle ist, seine Mena aus jeglicher Gefahr zu retten, ist spätestens nach der ersten Begegnung in der Wirklichkeit auch der Traummann jeder Leserin und ist man erst mal in ihn verliebt, legt man das Buch nicht mehr fort. 

Interessant fand ich die Tatsache, dass ich von den südtiroler Sagengestalten noch nie gehört hatte, während man durch TV und Kino ihre irischen Counterparts in der Regel doch schon kennt oder zumindest mal von ihnen gehört hat. Das Nörggele oder die Saligen habe ich zum ersten Mal im Leben getroffen und ich bin gespannt, was sie in den kommenden Bänden noch von sich offenbaren werden. 

Fazit
Das Buch "Die Geschichtenerzählerin" hat mich so ziemlich von Anfang an gefesselt und trotz meiner ganz persönlichen Langsamkeit beim Lesen nie ganz verlassen. Ich konnte auch nach großen Pausen wieder problemlos einsteigen. Die Tatsache, dass wir viel über Kinnons und Menas Vergangenheit erfahren, macht neugierig darauf, was die Autorin mit den beiden in den folgenden zwei Bändern noch vor hat. Der erste Band hat uns die Protagonisten jedenfalls ausführlich vorgestellt und neugierig auf ihren gemeinsamen Weg gemacht. 

Das einzige, was mir noch ein wenig gefehlt hat, war ein größerer Zusammenhang der einzelnen Visionen, die bislang noch sehr allein standen. Jede Vision war in sich abgeschlossen, das Problem für die Geschichtenerzählerin Mena immer ein anderes, das sie mehr oder weniger per Zufall löste, um dann zurück in die Realität zu kommen. Ein roter Faden zog sich vor allem durch die Liebesgeschichte in der Realität, einer, der sich durch alle Visionen zieht, hätte hier vielleicht für zusätzliche Spannung gesorgt. Da es sich aber um das erste Buch einer Trilogie handelt, nehme ich an, dass sich dies noch steigern wird.

Der zweite Band ist bereits runtergeladen und wartet darauf, gelesen zu werden, der dritte Band soll im Frühjahr diesen Jahres erscheinen. 

Aktuelles über die Autorin und ihre Bücher findet Ihr auf: 


Dienstag, 22. März 2016

Buchblogger im Interview: Fantastic World of Mine - 22.03.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Der heutige Blog gehört Tamara Zinser und hört auf den Namen
The Fantastic World Of Mine



Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
The Fantastic World of Mine. Naja, ich habe mir über den Namen keine großen Gedanken gemacht. Aber mein Blog beinhaltet all das, was meine Welt irgendwie fantastisch macht.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?  

?Seit wann bloggst du schon?
Seit September 2015. Es ist mein erster Blog.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs? 
Ich  blogge seit Oktober 2015 auf dem Bücherblog Tausend Leben und seit Februar auf einem Frauen-für-Frauen-Blog (http://youcangirl.blogspot.de/).

?Worum geht es auf deinem Blog? 
Mein Blog besteht wirklich aus einem bunten Mix: Bücher, Rezensionen, Autoreninterviews, leckere Rezepte, Reiseberichte, Geschichten aus meinem Leben und allem anderen Quatsch, der mir so den Tag über durch den Kopf wuselt. Ich nehme leidenschaftlich gerne an Blogparaden teil und veranstalte auch selbst eine monatliche Blogparade, die sich mit den Lieblingsdingen eines jeden beschäftigt.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?
Zählt man sie alle auf den verschiedenen Netzwerken zusammen sind es 101. Ich bin schon ziemlich stolz auf diese Zahl. Es mag vielleicht im Vergleich zu anderen Blogs eine geringe Zahl sein, aber ich freue mich über jede/n einzelne/n Leser/in. Es freut mich sehr, wenn ich Kommentare bekomme und Rückmeldungen erhalte.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?
Netterweise gibt es ja so tolle Blogvorstellungen :D Außerdem nehme ich an Blogparaden teil, veranstalte selbst eine und bin eine absolute Befürworterin von Bloggervernetzung. Ich finde einfach, dass das wichtig ist.

?Dein Blog verrät, dass du gerne verreist. Wenn du von allen Zielen auf der Welt nur eines auswählen dürftest, wohin würdest du gehen?
Hm, das ist nicht leicht. Wobei ich super gerne in Paris leben würde. Aber wenn ich nur noch ein einziges Mal verreisen dürfte, dann würde ich ein mir noch unbekanntes Ziel aussuchen. Asien vielleicht, das würde ich unheimlich gerne mal sehen.

?Was bedeutet der Eiffelturm oder die Stadt Paris für dich, die so prominent auf deinem Blog zu sehen ist?
Es ist meine Lieblingsstadt. Ich war bisher zweimal dort und Paris hat mich verzaubert. Es ist einfach eine ganz besondere Stadt mit besonderen Orten und besonderen Menschen. Wie schon erwähnt, ich würde gerne irgendwann dort leben. Wer weiß, vielleicht ergibt sich das irgendwann mal. Der Eiffelturm ist das Wahrzeichen von Paris und Paris ist tief in meinem Herzen. Daher musste es in meinen Header.

?Was tust du, um dich mit deinem Blog von anderen Bücherbloggern abzuheben? Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit, die die anderen nicht haben?  
 Ich habe keine besondere Strategie. Ich glaube, ab und zu kann der ein oder andere über meine Art zu schreiben schmunzeln. Zumindest sagt das meine Freundin. Ein wenig Witz hat noch niemandem geschadet.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Gewinnspiele habe ich bisher zweimal veranstaltet, allerdings ist meine Reichweite dafür – glaube ich – noch nicht groß genug. Die Teilnahme war … mäßig. Meine ersten beiden Blogtouren habe ich erst vor ein paar Tagen mitgemacht. Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich möchte sehr gerne an weiteren Touren teilnehmen.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Eine Blogparade zum Thema Tierschutz ist zurzeit in Planung. Geplant hatte Julia diese und es lief bereits eine Runde an. Eigentlich war es als einmalige Aktion gedacht. Ich habe sie gefragt, ob wir das nicht wiederholen könnten, da ich auch viele positive Rückmeldungen erhalten habe. Auch war das Interesse groß. Mitte März soll es also losgehen.

?Du hast auf deinem Blog Raum für Gastbeiträge geschaffen. Was wünschst du dir von Gastbloggern und worüber sollten sie schreiben?  
 Im Moment ist ein weiterer Gastbeitrag geplant. Da steht aber noch kein Datum fest. Die beiden Beiträge, die sich schon auf dem Blog befinden, sind von „Nicht-Bloggern“, es sind Freundinnen von mir, die gerne etwas schreiben wollten. Ich habe sie auf meinem Blog herzlich willkommen geheißen.
Ich gebe niemandem vor, worüber er schreiben soll, allerdings sollte es natürlich thematisch zu meinem Blog passen. Da sich dieser ja mit vielen Dingen beschäftigt sollte das nicht allzu schwer sein. Ich freue mich über frischen Wind auf meinem Blog.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?
Nun, das kommt ganz darauf an, wie viel Zeit ich habe. Ich hole an einer Abendschule das Abitur nach. Nebenbei wird ganz normal in einer 40-Stunden-Woche gearbeitet. Dementsprechend ist während der Klausurphase nicht so viel Zeit für den Blog. Aber ich versuche vorauszuplanen. Am Wochenende findet sich aber immer etwas Zeit für den Blog. Eine genaue Angabe kann ich allerdings nicht machen.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?
Einen meiner größten Wünsche konnte ich mir schon erfüllen. Ich habe Sebastian Fitzek interviewen dürfen. Das war mein persönliches Highlight. Für meinen Blog wünsche ich mir Beständigkeit und dass es mir weiterhin so viel Spaß machen wird. Alles andere wird sich von alleine geben.

Tamara Zinser
Über dich:

?Wer ist der Mensch  hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?
Ich heiße Tami, bin 23 Jahre alt und lebe seit 4 ½ Jahren in Münster. Ich komme allerdings aus dem schönen Schwabenland, welches ich sehr vermisse.

?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?  
Ich bin eine Medizinische Fachangestellte, hole zurzeit mein Abitur an der Abendschule nach. Danach werden wir sehen wohin mich mein Weg führt.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Lesen und Bloggen sind wirklich meine größten Hobbies. Ansonsten koche ich sehr gerne, probiere auch gerne neue Dinge aus. Meine Freunde stehen natürlich auch ganz weit oben auf der Liste. Und natürlich shoppen.

?Print oder E-Reader? 
Print vorgezogen. E-Reader aber fast genauso gerne. Kein E-Reader ersetzt den Geruch eines neugekauften, oder besonders alten Buchs. Aber leider sind irgendwann die Regale gefüllt und für unterwegs bietet sich mein Tolino auch ganz gut an. Ich kann mich also nicht entscheiden und  möchte auf keines von beiden verzichten.

?Fernseher oder Radio?
Fernsehen. Radio läuft nur im Auto. Und das auch nur, wenn ich meine CDs satt bin oder der IPod leer ist.

?Serie oder Film?
Serie und Film. Ich liebe beides. Ich bin ein kleiner Serienjunkie, aber auch meine Filmsammlung ist nicht zu verachten.

?Zelt oder Luxushotel?
 Was das angeht bin ich ganz girly: Luxushotel. Zeltlager sind schon lange nicht mehr mein Ding und ich verachte Krabbelviecher.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Na ganz einfach: Ich lerne die neue Sprache. Ich bin sowieso ein Sprachenmensch und konnte damit schon immer mehr anfangen als zB mit Mathe. Wie lernt man eine neue Sprache am besten? Man unterhält sich. Indem man dazu gezwungen ist, lernt man viel schneller. Und mal ehrlich, sowas nimmt einem keiner weg!

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Uh, Geheimnisse :D Klingt verdächtig nach Gossip Girl :D Aber nein, eigentlich nicht.

Einige von Tamaras Schätzen


Über das Lesen:


?Wie viel liest du am Tag?  
Auch das kommt auf die Zeit an, die ich in die Arbeit oder die Schule investieren muss. Aber am Wochenende finde ich dafür am ehesten länger Zeit. Unter der Woche muss der Mann ja auch noch ein wenig Zeit abbekommen.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?  
Hierzu kann ich keine feste Angabe machen. Das ist mal mehr, mal weniger.

?Wo liest du am liebsten?  
Ich habe einen wunderschönen Lesesessel von Ikea. Er ist mein ein und alles! Mein absoluter Favorite-Leseplatz. Er ist grau, gemütlich und auf ihm liegt eine pinke Decke mit Ärmeln…

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?  
Thriller sind bevorzugt. Aber ich lese auch alles andere.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?  
Passagier 23. Sebastian Fitzek.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?
Puh. So viele Bücher, so wenig Zeit. Debbie Macomber – Frühlingsnächte.

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?  
Ich beiße mich durch in der Hoffnung, dass es besser wird. Ich bin niemand, der ein Buch nur halb gelesen zurück ins Regal stellt. Das Buch zu beenden dauert dann aber meistens länger.

Die Auswahl an Büchern und verschiedenen Genres ist groß.
?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?  
Ich lese weiter, rezensiere dann aber entsprechend und beschwere mich bei meiner besten Freundin.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Ich HASSE Rechtschreibfehler. Da kann die Story noch so gut sein. Sowas nervt mich und ich würde am liebsten mit dem Bleistift durch das Buch huschen.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Haha. Rechtschreibfehler sind furchtbar. Aber noch schlimmer ist, wenn das Buch wegen eines Logikfehlers keinen Sinn ergibt. Furchtbar.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?  
Stehe ich in einem Buchladen und ich kenne das Buch noch nicht, ist das ganz einfach. Ich gehöre zu den Menschen, die allein wegen des schönen Covers ein Buch kaufen können. Natürlich verliebe ich mich auch in Klappentexte. Sollte ich aber an eine Leseprobe kommen, dann muss sie mich fesseln. Sie muss mich so neugierig machen, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.
Harry Potter darf wohl in keinem gut sortierten Buchregal fehlen. 
Über Rezensionen: 

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?  
Ich danke euch Autoren, dass ihr so viel Vertrauen in uns Leser setzt. Schließlich kann das auch mal negative Kritik sein. Ich habe lange vor dem Bloggen damit angefangen. Ich bin über die Meine Welt Community von Bastei Lübbe dazu gekommen. Auf der letzten Seite eines Erzähl-Romanes war die Einladung dort mitzumachen abgedruckt. Ab da war ich in Rezensionen verliebt. Es verhilft anderen Lesern dazu, herauszufinden ob das Buch für denjenigen geeignet ist und kann – wenn gut geschrieben – sehr viel Lust auf ein Buch machen.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Ich versuche meine ehrliche Meinung zum Ausdruck zu bringen. Negative Aspekte versuche ich allerdings eher durch die Blume zu äußern. Ich finde einfach,  dass die Arbeit, die in so einem Buch nun mal steckt, gewürdigt werden muss. Verfasst man eine Rezension mit rein negativen Aspekten und „motzt“ nur rum, kann das auch leicht verletzend und angreifend werden. Ich finde, man sollte immer die positiven sowie die negativen Punkte aufzählen.
Außerdem versuche ich auch inzwischen öfter meine Lieblingscharaktere vorzustellen oder meine Lieblingszitate zu bringen. So gewinnt man einen besseren Eindruck vom Buch und kann sich genauso wie ich in den Hauptcharakter verlieben. ;)

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?
Bei mir gibt es keine Spoiler, wichtige Wendungen und Details werden umschrieben oder verschwiegen. Die Lust und Spannung am Buch vorwegnehmen finde ich doof.

?Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem dort wieder fairer gestalten? 
Das ist mir noch gar nicht zu Ohren gekommen. Ich bin ein Leser, der schnell durch Cover oder Klappentext angesprochen ist. Auch Empfehlungen von Freunden spielen eine große Rolle beim Buchkauf. Ein Buch unter fünf Sternen aber nicht mehr anzuschauen finde ich sehr unfair den Autoren gegenüber. Wie gesagt, es steckt so viel Arbeit in einem Buch. Vielleicht sollte man öfter auf sowas pfeifen! Meine beste Freundin kennt meinen Buchgeschmack besser, als die Amazonsterne.

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?  
Ich veröffentliche grundsätzlich auf meinem Blog, Amazon, Lovelybooks, Thalia, Weltbild und im Bloggerportal.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Oft sind es einfach die Bücher, die auf dem „normalen“ Weg in meinen Besitz gelangt sind. Aber ich rezensiere auch Bücher, die ich über das Bloggerportal erhalte.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Ja, über die Rezi-Suche.

Breit gefächerter Lesegeschmack

Autoren und Verlage: 

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?
Mein Lieblingsautor ist Sebastian Fitzek. Ich finde Bastei Lübbe unheimlich toll.

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Natürlich. Sind ja auch „nur“ Menschen. Mein Urteil trifft sie alle :D

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Selbstverständlich und auch sehr gerne sogar. Oftmals werde ich über den Blog oder über die Rezi-Suche angeschrieben. Auch hier ist Vernetzung und Verbreitung das A und O. Es ist einfach als Newcomer nicht so einfach ein Buch zu veröffentlichen, oder an den Verlag zu bringen. Gefällt mir die Idee bin ich sehr gerne dabei.

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Wie gesagt, Rezi-Suche. Ich werde angeschrieben, oder schreibe an. Wenn ich anschreibe sind es meistens die Vorschläge der Rezi-Suche, die mich alle zwei Wochen erreicht. Die kennen meine Lieblingsgenres und da ist ab und zu was dabei.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?  
Hm, Werbung übergehe ich eigentlich meistens. Da schaue ich schon gar nicht mehr so drauf.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit? 
Ich denke schon, dass Gewinnspiele ein Gewinn für alle ist. Newcomer gewinnen somit an Aufmerksamkeit und der Leser neuen Stoff ;)

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden?

Tamaras Buchregal - Da geht noch was rein! Aufruf an alle Autoren: Schreibt!

Dienstag, 15. März 2016

Buchblogger im Interview: Feuerflocke - 15.03.2016

Immer wieder Dienstags:
Buchblogger im Interview

Ich bin nach wie vor auf der Suche nach interessierten Buchbloggern, die mir immer wieder Dienstags hier Rede und Antwort stehen möchten. Meldet euch gerne bei mir!

Allen anderen wünsche ich viel Spaß mit Antworten auf Fragen, die Ihr so oder so ähnlich noch nie gestellt habt. 
Der heutige Blog gehört Evanesca Feuerblut und hört auf den Namen
FeuerFlocke



Fragen rund um den Blog

?Wie heißt dein Blog und was bedeutet der Name für dich?
Er heißt „FeuerFlocke“ (mit dem Untertitel „der etwas andere Bücherblog“). Da ich den Blog mit fruehstuecksflocke führe und ich als „Evanesca Feuerblut“ unterwegs bin, wollten wir etwas, das unsere Namen vereint.
Und da ich auch den Header für den anderen Blog von uns beiden selbst gezeichnet habe, musste es etwas sein, das ich auf einem Karoblatt mit Buntstiften selbst realisieren konnte.
Da haben wir einige Sachen ausgetestet, bis wir bei der „FeuerFlocke“ gelandet sind. Ein Name, der insofern toll ist, dass er Feuer und Eis vereint, denn bei der Flocke (ohne Frühstück) denkt natürlich niemand an Müsli, sondern an Schneeflocken. Und die in einer Feuervariante? Klingt zumindest nicht alltäglich.

?Unter welcher Adresse (URL) ist dein Blog zu finden?
https://feuerflocken.wordpress.com/ - die URL ohne das n war leider schon weg. Macht aber nichts, dadurch sieht man in der URL schon, dass wir zu zweit sind.

?Seit wann bloggst du schon?  
Seit 2007. Wenn auch damals nicht wirklich regelmäßig und teilweise mit jahrelangen Pausen und noch bei blogspot. Richtig regelmäßig blogge ich eigentlich erst seit 2011.

?Hast oder hattest du noch andere Blogs? 
 Ja. Die FeuerFlocke ist im Prinzip mein Blog Nummer 3.
Chronologisch gesehen ist http://feuerblut.wordpress.com Blog Nummer eins (das ist der, der 2007 noch bei blogspot gestartet ist), der sich mittlerweile zum Autorenblog gemausert hat.
Gegen 2011 lud mich fruehstuecksflocke ein, bei der Weltenschmiede einzusteigen. Inzwischen habe ich mehr Blogposts dafür geschrieben als der eigentliche Gründer :P.
Außerdem gehöre ich zu den Beitragenden auf http://www.schreibmeer.com/ .

?Worum geht es auf deinem Blog? 
Rezensionen und Buchgedanken (wobei es von letzterem erst eins gab). Dabei wollen wir nicht NUR Bücher rezensieren, sondern auch den einen oder anderen Visual Novel (also ein Spiel), Mangas, vielleicht auch mal einen Comic.

?Wie viele Follower hast du und ist dir die Zahl wichtig?  
Jetzt müsste ich nachschauen. Direkt auf dem Blog 99, 6 auf Bloglovin, 32 auf Facebook.
Reichweite ist mir wichtiger als die Followerzahl. Ich stelle viele Bücher vor, die man nicht überall auf Blogs findet und die mehr Aufmerksamkeit verdienen. Wenn aber niemand den Blog kennt… tja.

?Was tust du, um deinen Blog bekannter zu machen?  
Ich nehme an Aktionen wie dem Bloggeradventskalender der Tintenelfe  teil oder dem Gastpostadventskalender vom vorletzten Jahr bei der Tintenhexe.
Außerdem tummle ich mich in Gruppen für Buchblogger und in anderen Bloggergruppen (wenn auch dort momentan nicht so aktiv, wie ich sollte).

?Du gibst deinem Blog den Untertitel „der etwas andere Bücherblog“. Was unterscheidet ihn von anderen? Was tust du, um dich mit deinem Blog von anderen Bücherbloggern abzuheben? Hast du eine Strategie, einen eigenen Stil oder eine Besonderheit, die die anderen nicht haben?
Ich folge sehr vielen Buchbloggern und irgendwann ist mir beim Abrufen meines Feeds oder beim Stöbern in den Gruppen aufgefallen, dass die meisten Blogs das Selbe posten. Rezensionen zu Büchern, die die Großverlage gerade en gros verschenken, dieselben Aktionen…
Irgendwie fing es an, mich zu stören. Ich habe kein Problem, mehrere Rezensionen zu einem Buch zu lesen, aber es wird nervig, wenn diese Rezensionen in Packungen à la 3 am Tag reinkommen.
Und wenn ich dann die Rezension sofort als „gelesen“ markiere, weil es   SCHON WIEDER   zu   DIESEM   Buch ist… ist das auch nicht im Sinne von Buchbloggern und Autoren.
Parallel dazu hat es sich ergeben, dass die Balance Independent vs. Großverlage bei meinen Lesegewohnheiten immer mehr in Richtung Independent gegangen ist. Die Ratio liegt bei eBooks (selbstgekauft und Rezensionsexemplare) ungefähr bei 4:1 zugunsten der Independent-Bücher, bei Print umgekehrt, aber mit steigendem Independent-Anteil.
Die meisten Großverlag-Bücher, die ich lese, sind dann schon älter. Oder Klassiker. Oder völlig exotisches Zeug, das NIE einen Hype hat und in den Buchbloggerolymp aufsteigen darf.
Schade drum?
Sehr schade drum.
Das Konzept hinter dem Blog ist also: Ich stelle vor, was ich gelesen habe. Und zwar erst Recht, wenn es sich dabei um einen Roman handelt, den kein Mensch kennt oder der schon älter ist. Bücher verdienen Aufmerksamkeit, auch dann, wenn kein Verlag ein Millionenetat für die Werbung ausgibt. Da setzen – theoretisch – meiner Meinung nach Buchblogger ein. Sie stärken die Bücher, die nicht ohnehin für alle sichtbar werden.
Den oberen Trend – Buchblogger als Werbefläche der Großverlage – finde ich sehr schade. Dazu gibt es diesen sehr treffenden Blogpost: http://pudelmuetzes-buecherwelten.de/wie-verlage-einem-die-lust-auf-neuerscheinungen-verderben/
Genau das möchte ich nicht. Ein neues Buch gar nicht erst lesen wollen, weil ich schon Monate vor dem Erscheinungstermin das Cover nicht mehr sehen kann, ohne genervt „Das schon wieder“ auszurufen.
Was ich selbst nicht gerne lese, will ich aber nicht selbst noch verbreiten. Alles andere wäre inkonsequent.

?Veranstaltest du auf deinem Blog hin und wieder besondere Aktionen wie Gewinnspiele, Blogtouren oder vielleicht was ganz anderes?
Leider momentan noch nicht, Blogtouren oder andere besondere Aktionen fände ich toll.
Mit Gewinnspielen stehe ich allerdings ein bisschen auf Kriegsfuß. Wir haben mal eins auf der Weltenschmiede gemacht. Dann hat jemand das Buch abgegriffen, der sonst nie bei uns auf dem Blog ist und dann auch nicht wiederkam.
Unsere Stammleser gingen leer aus.
Falls ich also mal wieder ein Gewinnspiel veranstalte, überlege ich mir, wie ich vorgehe, um Abgreiferei vorzubeugen.

?Hast du Bloggerkollegen, mit denen du gemeinsame Aktionen planst oder geplant hast?
Bisher nur mit Tintenelfe und Tintenhexe, aber auf lange Sicht möchte ich auch mal mehr machen. Eine tolle Kollegin habe ich schon im Sinn, die ich mal fragen will, ob wir gemeinsam was auf die Beine stellen.

?Wie viel Zeit steckst du am Tag/in der Woche in deinen Blog?  
Rezension schreiben: Zwischen 1 Stunde und 6 Stunden (unabhängig von der Länge, manche Bücher sind schwerer zu rezensieren als andere, für einige will ich noch mal nachlesen, was ich auf Goodreads o.ä. zu Zwischenabschnitten notiert habe…).
Falls ich an einer Leserunde teilnehme, kommen bis zu 3 Stunden / Tag für das Lesen der Abschnitte und Verfassen der Abschnittskommentare hinzu. Meine Kommentare sind manchmal… lang. Oder jemand anders hat lange Kommentare und ich will darauf antworten. Und so weiter.
Kommunikation mit Autoren ist auch ein wichtiger Punkt, bei dem ich schwer sagen kann, wie viel Zeit er einnimmt. Ich frage bei Rezensionsexemplaren immer nach, ob ich das Cover verwenden darf, sonst muss im Zweifelsfall die Rezension ohne Cover erscheinen. Beantworte Anfragen, ob ich ein Rezensionsexemplar annehmen möchte oder nicht.
(Natürlich plaudere ich gern mit Autoren, aber das ist dann keine Arbeit am Blog, sondern Freizeit und Vergnügen!)
Last but not least müssen die Blogposts dann in die Social-Media-Kanäle und dort gestreut werden. Das kann auch pro Blogpost schon mal dauern.

?Was ist dein größter Wunsch für die Zukunft - für deinen Blog oder darüber hinaus?  
Für meinen Blog… würde ich mir wünschen, meinen Turnus von einer Rezension pro Woche besser einhalten zu können und somit mehr tollen Büchern – die sonst zu wenig im Web vertreten sind – zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Im Moment habe ich entschieden zu viel Real Life dafür.
Und darüber hinaus wünsche ich mir momentan einfach nur eine Zukunft, in der ich mir nicht täglich wünsche, in eine Galaxie ganz weit entfernt auswandern zu können, weil auf unserem Planeten mehr schiefläuft, als ich hier aufzählen möchte. Es gibt keine perfekte Welt. Aber wenigstens eine halbwegs passable Welt wäre doch machbar und im realistischen Bereich.
(Und ich wünsche mir, nicht so oft wegen des Zustands der Erde resigniert zu seufzen, sondern ein wenig mehr anzupacken und was zu ändern. Dafür sind die ersten Schritt angeleiert.)

Über dich:  


?Wer ist der Mensch oder sind die Menschen hinter dem Blog? Magst du uns ein Foto von dir zeigen?

Wir sind zu zweit – fruehstuecksflocke ist Gründer der Weltenschmiede und Betreiber des Tintenflecks und ein toller Kurzgeschichtenautor.
Ich bin im Web als Evanesca Feuerblut bekannt, derzeit 25 Jahre alt und betreibe alles Mögliche und all das mit viel Liebe.

Evanesca Feuerblut


?Welchen Beruf übst du im richtigen Leben aus?  
Ich studiere den Master Weltliteratur an der Mainzer Universität. Das ist eine Mischung aus „was mit Sprachen“, „was mit Büchern“ und „was mit Medien“ und ich liebe es, weil es genau so ist, wie ich. Wozu sich auf eins festlegen, wenn man drei Dinge in einem haben kann?
Außerdem strebe ich gerade eine nebenberufliche Selbstständigkeit an und bin dabei, alles Notwendige zu organisieren.

?Hast du neben dem Lesen und dem Bloggen noch Zeit und Lust für andere Hobbies?
Da ich das Schreiben als Beruf sehe, bleibt an reinen Hobbys nur noch „zeichnen“, „singen“ und „Musik hören“, fürchte ich.
Das Zeichnen vernachlässige ich momentan leider ein bisschen und das sieht man den Bildern leider an. Ich mache diesen Strich mit dem Stift, sehe ihm dabei zu, wie er genau in die falsche Richtung läuft und mir das ganze Bild versaut. Eigentlich schade, da es mich unheimlich entspannt, gerade wenn ich es traditionell betreibe. Erst letztens habe ich unter anderem zu Wachsmalstiften gegriffen und festgestellt, wie gut es tut, mit diesen fettigen, etwas stinkenden (da uralten) Stiften zu arbeiten und dabei so richtig dreckige Hände zu kriegen.
Musik habe ich immer dabei, seit ich mit 5 meinen Walkman bekam und singen… ich kann es nicht, aber ich liebe es heiß und innig.
Wobei, stimmt gar nicht. Ich bin in meiner Freizeit im ehrenamtlichen Marketingteam eines textbasierten Browsergames tätig, das ich selbst auch schon eine Weile mit einigen Freunden bespiele. Und ich code gerne an Dingen in meinem Forum herum.
Momentan versuche ich beispielsweise, eine Begrüßungsbox mit Avatar, relevanten Informationen und zwei nebeneinanderstehenden DIVs zu basteln. Da ich auf dem Gebiet eher interessierte Laiin bin, mache ich viele Fehlversuche und brauche ewig, bis ich etwas so hinkriege, wie es sein soll. Aber es ist ein toller Ausgleich zu allem anderen.
Und was die Zeitfrage angeht, frage ich mich manchmal ja selbst, wie ich das schaffe. Aber ich könnte nichts davon aufgeben.

?Print oder E-Reader? 
Eine gesunde Mischung aus Beidem, wobei das Smartphone als Reader herhält.
Im Moment muss ich so viel für die Uni mit Print arbeiten, dass für mich eBooks die dringend nötige Entspannung bieten.
Dann wieder arbeite ich viel am Computer und empfinde das gedruckte Buch als Wohltat.

?Fernseher oder Radio? 
Fernseher. Ich war nie die große Radiohörerin, aber immer begeistert von Filmen. Auch wenn ich momentan kaum dazu komme, mir welche anzuschauen.

?Serie oder Film?
Eher Film als Serie. Mir fehlt fast immer die Zeit, um eine Serie ordentlich zu verfolgen, aber ein Filmabend lässt sich immer einschieben.

?Zelt oder Luxushotel?  
Luxushotel. Ich bin ein absoluter Outdoormuffel.

?Du machst eine Auslandsreise in ein Land, dessen Sprache du nicht sprichst und vergisst dein Buch mitzunehmen. Deutsche Bücher vor Ort gibt es nicht zu kaufen. Was tust du?
Das ist eine gemeine Frage, aber… es gibt nur deutsche Bücher nicht zu kaufen. Ich kann also gemäß der Fragestellung immer noch auf Englisch, Französisch und Russisch ausweichen.
Falls es die auch nicht gibt und falls der Fall eintritt, dass ich im Hotel kein WLAN habe, mein Smartphone nicht dabeihabe und somit auch eBooks ausfallen…
Schreiben. Schreiben geht immer und überall.

?Was möchtest du uns sonst noch erzählen? Gibt es eine Anekdote oder ein Geheimnis, das du ausplaudern möchtest?
Ich habe über 700 Printbücher, mein SUB ist trotz Abbauversuche immer etwas größer als ich und ich lese ab und zu Mangas.
Ansonsten weiß ich nie, was ich bei solchen Fragen schreiben soll. Ich halte mein Leben für relativ unspannend, auch wenn mir regelmäßig Leute das Gegenteil erzählen, wenn ich ihnen etwas erzähle.

Über das Lesen:

?Wie viel liest du am Tag?  
Unterschiedlich. An manchen Tagen nur beim Pendeln (2 mal 70 Minuten, ungefähr) und vielleicht noch eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen. An anderen Tagen tue ich bis auf Essen und Schlafen sonst nichts anderes.
Und wenn mich ein Buch gepackt hat, trage ich es überall mit mir herum und kratze mir fünf- und zehnminütige Leseeinheiten zusammen, obwohl ich gar keine Zeit habe.

?Was kostet dich dein Hobby Lesen monatlich?  
Wenig. Ich versuche mal eine Hochrechnung. Elektronische Bücher im Schnitt 2€ im Monat (manchmal keins, manchmal eins für 99 Cent und manchmal innerhalb eines einzigen Monats eBooks im Wert von zusammengerechnet 13€) und Printbücher hochgerechnet 10€ monatlich.
Es gibt für mich drei große Gebrauchtbücherhauls im Jahr (Bücherflohmärkte der Fachschaft Buchwissenschaft an der Uni und ein Bücherflohmarkt in Österreich), bei denen ich auch schon mal bis zu 20€ ausgebe und dann riesige Büchertaschen schleppe.
Gelegentlich gönne ich mir ein Printbuch aber auch neu oder direkt spontan im Buchladen. Das ist zwar seltener, aber die Bücher sind dafür ein gutes Stück teurer.

?Wo liest du am liebsten?  
Da gibt es keine Präferenzen. Überall, wo mich niemand stört und was nicht zu sehr wackelt.

?Welches Genre bevorzugst du und weichst du auch mal davon ab?  
Schwer zu sagen. Spontan hätte ich ja Fantasy gesagt, aber wenn ich dann schaue, was ich tatsächlich lese, dann ist gar nicht mal so viel Fantasy darunter.
Vielleicht kann ich eher sagen, was ich nicht lese – das sind Liebesromane, Erotik und eine bestimmte Art von Jugendfantasy / Jugenddystopie, bei der die fantastischen Elemente nur dazu dienen, einen Dreiecksgeschichte mit einer Teenie-Protagonistin zu erzählen.
Generell ist Literatur, bei der Romantik im Vordergrund steht, einfach nicht meins.
Ansonsten lese ich aber vom unbekannten Fantasy-Selfpublisher bis Kafka so gut wie alles.

?Du hast ein großes Spektrum von Büchern, die du rezensiert hast auf deinem Blog. Viele davon muss ich zugeben, kenne ich gar nicht. Wie findest du die Bücher, die dich interessieren?
Ich bin Spontankäuferin.
Wenn bei Amazon ein eBook in der Gratisaktion ist, dessen Cover mich anlacht, ist es oft schneller runtergeladen, als ich den Klappentext lesen kann.
Bei Bücherflohmärkten und Wühltischen kaufe ich oft Bücher, weil der Klappentext eine skurrile Idee verspricht – auf meinem SUB liegt ein historischer Roman, in dem Goethe irgendwas mit Napoleon zu schaffen hat und jemanden über den Rhein schmuggelt. Oder weil ich irgendwann davon gehört habe, dass man diesen Klassiker unbedingt mal lesen sollte.
Oder weil irgendwer mal auf Facebook von der Reihe geschwärmt hat und Band 1 nur 25 Cent auf dem Flohmarkt kostet.
Wobei, das gilt auch für Buchläden. Ich verirre mich rein, mich lacht ein Klappentext an, ich lese die Mitte des Buches und kaufe es.
Bei Rezensionsexemplaren fragen mich oft Autoren, ob ich ein Buch lesen möchte. Wenn mich die Leseprobe reizt, stimme ich zu. Auch dadurch habe ich schon Bücher entdeckt, von denen ich sonst NIE gehört hätte.
Ansonsten gibt es einige Autoren und Verlage, bei denen ich unbesehen einfach alles kaufe. Da habe ich vollstes Vertrauen. Ich besitze beispielsweise fast alle Bücher aus dem Verlag O’Connell Press und kaufe unbesehen so gut wie alles, wo „Darkover“ oder „Anne Rice“ draufsteht.
Dass ich ganz gezielt ein bestimmtes Buch kaufen möchte und das dann auch über längere Zeit hinweg ansteuere, passiert in letzter Zeit selten. Dazu liebe ich es im Moment zu sehr, Neues zu entdecken und mich überraschen zu lassen.

?Was war das letzte Buch, das dich richtig gefesselt hat?  
Ich kann mich gerade nicht entscheiden, da mich beide stark beeindruckt haben:
„Gelöscht 01: White“ von Sabina S. Schneider und die Annabelle-Rosenherz-Reihe von Anja Bagus. Bei beiden habe ich teilweise andere Dinge vernachlässigt, weil ich am Buch klebengeblieben bin. Dabei wollte ich doch nur bis zum Kapitelende lesen.
Du kennst das sicherlich.

?Welches Buch möchtest du unbedingt noch / als nächstes lesen?  
Ich möchte endlich dazu kommen, mir die letzten zwei Bände der „Demi-Monde“-Reihe zu besorgen und zu lesen.
Aus irgendeinem Grund hat Randomhouse nur Band 1&2 im Programm, Band 3&4 erschienen in einem anderen Verlag, ausschließlich auf Englisch und sind kaum neu zu bekommen. Und ich vergesse andauernd, sie endlich auf Amazon zu bestellen.

?Was machst du, wenn dir ein Buch überhaupt nicht gefällt?  
Kommt darauf an.
Ich breche sehr, sehr selten ab. Dazu muss es schon jenseits aller Scheußlichkeiten sein. Bisher habe ich erst zwei Bücher abgebrochen, an die ich mich bewusst erinnere. Einmal eins, das ich angefangen habe und sehr eklig fand und einmal „Die Memoiren des Guiseppe Garibaldi“, das ich schlicht langweilig fand.
Ansonsten halte ich tapfer durch und muss dann eben ehrlich auf dem Blog schreiben, dass es mir nicht gefallen hat – und warum. Denn auch das hilft anderen Lesern. Wenn sie sehen, dass mir etwas Bestimmtes an den Charakteren oder am Plot nicht zugesagt hat, sie aber genau DAS mögen (oder nicht mögen), hilft das, sich für oder gegen ein Buch zu entscheiden.
Aus einem noch so furchtbaren Buch kann man außerdem als Autor immer noch lernen, wie man es nicht macht.

?Das Buch ist handwerklich einwandfrei, aber entgegen deiner Erwartung gefällt dir die Story nicht. Wie gehst du damit um?
Ich lese es trotzdem zu Ende (einmal hat der Epilog eines sehr mittelmäßigen Buches für mich die ganze Story enorm aufgewertet und wieder rausgerissen), es könnte sich ja lohnen.
Und dann berichte ich von dieser Erfahrung.
Gerade bei Plots nach Schema F kommt das recht oft vor und da ich selber schreibe, fällt mir sowas auch einfach eher auf. Vielleicht verstehen einige Verlage, die immer nur das Selbe mit leicht verändertem Setting verkaufen wollen, dass manchen Lesern eben das nicht (mehr) gefällt.

?Wie sehr stören dich schlecht lektorierte Bücher, deren Story dir trotzdem gefällt?
Es kommt ja beim Lektorat auf sehr viele Faktoren an.
Ist der Spannungsaufbau sinnvoll, sind falsche Fährten sinnvoll, Weltenbau in sich stimmig und so weiter. Im Falle von stilistischem Lektorat dann natürlich auch, dass in einem historischen Roman aus dem Mittelalter den Figuren für die wörtliche Rede keine Metaphorik in den Mund gelegt wird, die zu modern ist. Oder dass Jugendliche nicht in einer gewollten Pseudojugendsprache reden.
Das stört mich dann wirklich sehr und dann gefällt mir die Story irgendwann nicht mehr.
Ein Buch kann auch von sehr kompetenten Laien lektoriert sein und alle oben genannten Kriterien erfüllen. Oder der Autor ist ein Naturtalent und hat es selbst lektoriert – und das perfekt. Oder es kann von Profis durchgecheckt sein und trotzdem in allen Punkten versagen.
So ein Buch – tolle Story, aber schlecht lektoriert - hatte ich übrigens tatsächlich mal in der Hand. Mich überzeugte der Weltenbau und die Story an sich, ich hatte Spaß beim Lesen. Aber ich hätte Dialoge umgeschrieben, Stellen gestrafft und mir fiel an vielen Stellen etwas Kindliches und Unfertiges an der Umsetzung auf. Und ich habe es trotzdem genossen.
Manche Rohdiamanten sind auch in Rohform schön. Dem Buch hätte ein stilistisches Lektorat gut getan. Aber fein war es trotzdem.
Die Folgebände werde ich mir aber nicht holen, da die Leseproben dazu leider so aussehen, als wäre der Rohdiamant weiterhin roh.

?Was ist schlimmer? Rechtschreibfehler oder Logik-/Plotfehler? Und wie sehr stört das eine oder andere deinen Lesefluss?
Solange die Rechtschreibfehler so minimal sind, dass sie mir nicht auffallen, ist alles gut. Solange es harmlose Buchstabendreher sind, merke ich sie nicht mal.
Mir fällt auch nicht zwingend auf, ob ein Duschvorhang erst kariert, dann geblümt ist.
Aber Kommafehler oder andere Satzzeichenfehler sind schlimm. Kommas und Co. bestimmen ja, wo ich beim Lesen eine Pause im Kopf einlege. Wenn da etwas falsch gesetzt ist und dadurch der Satz falsch zerstückelt wird und darum keinen Sinn mehr macht, reißt mich das stark aus dem Lesefluss.
Als Sprachfanatikerin bin ich aber auch raus, wenn…
- Sätze in einer Sprache vorkommen, die ich beherrsche – und sie grammatikalisch falsch sind und man merkt, dass der Autor nur den Google Translator angeworfen hat
- auffällige Anachronismen vorkommen, wie beispielsweise Computerspielmetaphern in einem Buch, das im Mittelalter spielt
- oder z.B. auf dem Christentum basierende Redensarten in einer fiktiven Welt, in der nichts auch nur ansatzweise Christentumähnliches existiert
Also alles, was die Immersion für mich stört.

?Magst du Leseproben zu Büchern oder reichen dir Klappentext und Cover? Was muss in einer Leseprobe drin stehen, damit du den Rest des Buches lesen willst?
Ich gebe ehrlich zu, dass ich sehr selten Leseproben lese. Eigentlich nur dann, wenn mich Klappentext und Cover nicht überzeugen. Das kommt vor. Eins der besten Bücher, die ich je gelesen habe, hatte so ziemlich das hässlichste Cover, das ich je gesehen habe.
Leider umfassen die meisten Leseproben den Anfang. Ich lese viel lieber nach dem Prinzip „Prolog (falls vorhanden), Anfang von Kapitel 1, beliebiger Auszug aus der Mitte“ und wenn mich das überzeugt, nehme ich das Buch mit.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass die ersten Seiten in der Regel die sind, bei denen am Meisten versucht wird, den Leser einzufangen. Ein Buch kann sehr stark anfangen – und dann rapide abfallen (wie im Falle des auf dem Blog rezensierten „Dhampir“).
Für mich ist interessanter, ob ein Buch – egal ob der Anfang sanft und leise daherkommt oder mich sofort einfängt – auch in der Mitte die Qualität noch halten kann.

Über Rezensionen: 

?Autoren sehnen sich nach Lesern, die Rezensionen schreiben. Du machst das und dafür danke ich dir im Namen aller Autoren. Was hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
Ganz, ganz ursprünglich der egoistische Wunsch, auch Jahre später noch nachvollziehen zu können, was ich gelesen habe und wie ich es fand.
In der Grundschule musste ich mal ein Lesetagebuch führen, darin blättere ich immer noch gerne herum. Pro Buch eine Heftseite mit Autor, Titel und einer Kurzbeschreibung plus einem passenden Bildchen oder meinem Lieblingszitat.
Eine schöne Erinnerung.
Als ich 2006 ein Forum gründete, habe ich Vieles sehr chaotisch angefangen. Aber Rezensionen waren von Anfang an ein Teil davon (wenn auch meistens Ein-Satz-Rezensionen und sehr kurze Handlungsabrisse).
Halbwegs ordentliche Rezis schrieb ich aber erst ab 2011 und erst 2014 fand ich sie gut genug, um tatsächlich einen entsprechenden Blog zu eröffnen.
Und mittlerweile ist mir bewusst, wie wichtig Rezensionen sind und wie sehr Autoren Rezensionen brauchen. Da macht es mir noch mehr Freude, damit etwas zurückgeben zu können.

?Worauf achtest du beim Verfassen deiner Rezensionen?
Bei denen für den Blog habe ich ein festes Schema. Das dient dazu, dass ich nichts vergesse, was vielleicht wichtig wäre. Bei meinen Forenrezensionen hatte ich oft „Ach ja, da gäbe es noch das und das zum Buch zu sagen“-Momente. Auf einem Blog wirkt das nicht professionell, also arbeite ich mit Kategorien für die einzelnen Bewertungen.
Außerdem achte ich darauf, auch wenn mir etwas nicht gefallen hat, es so zu formulieren, dass es sachlich und fair ist. Wenn ein Buch beispielsweise beinahe perfekt ist, aber fünf seltsame Rechtschreibfehler beinhaltet, überlege ich gut, wie ich das formuliere. Denn wenn ich zu sehr auf die fünf Fehler poche, wirkt das auf Leser viel abschreckender, als ich es gemeint hätte und das ist nicht fair.
Ich achte also sehr darauf, wie ich die richtige Balance zwischen „nichts, was mir missfallen hat verschweigen“ und „nicht das Negative überwiegen lassen“ finde. Menschen neigen ja dazu, mehr zu nörgeln, als das Gute hervorzuheben.
Außerdem bewerte ich immer das Buch als Gesamtpaket. Da gehört für mich bei Prints auch unbedingt Machart, Qualität der Buchbindung und Verarbeitung dazu. Was nützt mir ein tolles Buch, wenn es nach dem ersten Lesen auseinanderfällt?

?Was ist für dich eine gute Rezension? Gehört spoilern dazu oder geht das gar nicht?  
Spoilern gehört nicht dazu.
Eine gute Rezension muss infotainen. Das heißt: Sie muss genau die richtige Länge haben, um zu unterhalten und genug Informationen haben, um erkennen zu lassen, ob der Leser das Buch mögen würde oder nicht.
Wenn ich mir meine allerersten Rezensionen anschaue, stelle ich zum Beispiel fest, dass ich den Inhalt zwar kommentiere, aber vergesse, das Buch an sich kurz zusammenzufassen. Wer das Buch nicht kennt, ist eher verwirrt als infotaint.
Eine gute Rezension ist also eine, bei der ich Spaß beim Durchlesen habe und nach der ich weiß, ob das Buch in mein Beuteschema passen würde (auch wenn ich Selbiges nicht wirklich definieren kann).

?Du erklärst dein Bewertungssystem von 1 bis 5 Sternen auf deinem Blog. Dabei stehen - wie ich finde ganz richtig - bereits vier Sterne für ein sehr gutes Buch, während die fünf Sterne für absolute Leseempfehlungen reserviert sind. Was hältst du von der durch Amazon ausgelösten Manie, ein Buch unter fünf Sternen gar nicht mehr anzuschauen? Wie denkst du, kann man das Bewertungssystem auch dort wieder fairer gestalten? 
Das System wäre auf Amazon bereits wesentlich fairer, wenn man dort auch halbe Sterne vergeben könnte.
Amazon ist ja völlig anders als so ein privater Blog. Auf dem Blog steht meine Meinung zu einem Buch und sie muss sich in der Regel nicht mit anderen Bewertungen messen.
Auf Amazon bildet sich der Durchschnitt.
Nun neigen Leser dazu, bei 4,5 potentiellen Sternen dazu, aufzuwerten und einem Buch mit winzigen Mängeln noch 5 Sterne zu geben. Bei 2,5 oder 1,5 Sternen neigen sie oft eher zum Abwerten.
Dann wiederum bewerten viele Leser Reihenauftakte grundsätzlich mit „Luft nach oben“ z.B. mit nur 3 Sternen, obwohl sie das Buch an sich eigentlich eher als Viersternebuch wahrgenommen hätten.
Das gibt ein riesiges Chaos und das Schlimmste ist, dass Autoren ja finanziell von diesen Bewertungen abhängig sind, die unzählige Menschen jeweils nach unendlich vielen selbstgewählten Kriterien abgeben.
Die Manie ist Quatsch. Gerade viele Jugendbücher oder YA-Bücher aus Großverlagen werden künstlich hochgepusht und erhalten sehr viele 5-Sterne-Rezensionen. Aber wenn ich in so ein Buch reinlese, stelle ich fest, dass das absolut nicht meine Welt ist.
Kein Buch unter 5 Sternen anzuschauen, bedeutet, nur das anzuschauen, was ein bestimmter Teil der breiten Masse mag. Und dabei entgehen dem Leser so viele wunderbare Bücher, die nicht ganz so einfach vermarktbar sind!

?Veröffentlichst du auch Rezensionen außerhalb deines Blogs?
Ja.
Rezensionen zu Rezi-Exemplaren grundsätzlich auf Lovelybooks, bei wasliestdu (falls möglich, ist bei SP leider schwierig) und Amazon.
Außerdem in meinem kleinen Bücher- und Autorenforum.
Selbstgekaufte Bücher rezensiere ich nicht zwingend auf Amazon und Lovelybooks, außer sie stammen von Indies. Aber auf allen anderen Plattformen schon.
Dabei versuche ich immer, die Texte zu variieren. Es steht also nicht in allen Rezensionen exakt das Gleiche drin.

?Wie wirst du auf die Bücher aufmerksam, die du rezensierst?
Wenn es sich nicht um Rezensionsexemplare oder Leserundenbücher handelt, dann sind das die Bücher, die ich einfach ohnehin lese. Ich rezensiere bis auf Sekundärliteratur aus dem Universitätsbereich so ziemlich alles, was ich je gelesen habe.
95% rezensiere ich auch auf dem Blog. Bis auf einige Sachen, die schlicht unrezensierbar sind. Ich weiß bis heute nicht, wie ich Wolf Haas‘ „Verteidigung der Missionarstellung“ rezensieren soll und behaupte einfach mal, es geht nicht :D.
Leserunden fallen mir auf den Plattformen auf, auf denen ich unterwegs bin. Katze mit Buch, Lovelybooks, wasliestdu und leserunden.de – falls mich ein Buch interessiert, bewerbe ich mich einfach.
Manchmal habe ich Glück.

?Bewirbst du dich bei Verlagen/Autoren um Rezensionsexemplare?
Sehr, sehr selten. Ich glaube, bisher habe ich nur drei oder vier Bücher direkt angefragt.
Meist ist es umgekehrt – ich werde gefragt, ob ich ein bestimmtes Buch als Rezensionsexemplar haben möchte.
Wenn es mir gefällt, sage ich zu und freue mich auf tolle Schmöckerstunden.

Autoren und Verlage:

?Hast du Lieblingsautoren/Lieblingsverlage?
Habe ich.
Zu den Lieblingsautoren gehören Anne Rice, J.K.Rowling, Stephen King, George R. R. Martin unter den Bestsellerautoren. So langsam schreiben sich auch andere Autoren in mein Herz, die leider noch nicht so bekannt sind, wie die oben genannten Kollegen. Dazu gehört beispielsweise die wunderbare Stefanie Bender und Anja Bagus, deren erste Aetherwelt-Trilogie ich vor ein paar Tagen verschlungen habe.
Lieblingsverlage… noch vor einem oder zwei Jahren hätte ich hier passen müssen. Vor meiner Buchbloggerzeit achtete ich nie darauf, aus welchen Verlagen mein Lesestoff stammte, da ich nur die Großverlage kannte. Fischer, Heyne, Goldmann, Carlsen… Damals dachte ich nicht darüber nach. Ich kaufte einfach, was mich interessiert.
Inzwischen bin ich mit der Vielfalt der Klein- und Nischenverlage betraut und beschäftige mich intensiv und bewusst damit, welches Buch wo verlegt wurde.
Mein Lieblingsverlag ist derzeit „O’Connell Press“. Bis auf den Pfau im Park besitze ich sämtliche bei ihnen erschienenen Bücher und es war keins dabei, das ich schlechter als 4 Sterne bewerten würde.

?Liest und rezensierst du Bestseller/bekannte Autoren?
Es kommt tatsächlich vor.
In letzter Zeit immer seltener, da ich mich in Sachen Lesegeschmack immer mehr vom Mainstream entferne und mir einfach Vieles, was gerade bekannt und bestsellerisch ist, nicht gefällt. Nicht meine Themen, nicht mein Schreibstil oder nicht die Figuren, mit denen ich mich identifizieren kann.
Aber ich liebe beispielsweise „A Song of Ice and Fire“ und das werde ich auch verbloggen, sobald ich dazu komme.

?Liest du auch Indiebücher, also Autoren aus Kleinverlagen oder Selfpublisher?
Ja. Sehr gerne und die Tendenz steigt.
Bis auf kostenlose Klassiker stammen alle meine eBooks von Indies und ich weiß jetzt schon, dass der BuCon auch dieses Jahr dafür sorgen wird, dass einige weitere Printbücher in meinem Regal landen.

?Die meisten Indies sind nicht im normalen Buchladen zu finden. Wie wirst du auf sie aufmerksam?
Da ich mich überwiegend in diese Richtung orientiere beim Lesen, gehe ich kaum noch in normale Buchläden. Eben weil das, was ich lese, dort sowieso nicht ausliegt.
Ich sehe sie in Autorengruppen, Schreibcommunitys und Foren. Also überall da, wo ich mich auch im Internet herumtreibe.

?Was hältst du von Buchwerbung? Welche nervt, welche spricht dich an?
Buchwerbung steht und fällt mit der Persönlichkeit der Werber.
Wenn jemand zum 50sten Mal den gleichen Post in eine Facebookgruppe reinwirft, in dem einfach „Kauf mein Buch“ steht, nervt das. Ganz schlimm machen das auch manche Autoren auf Twitter, gefühlt 5 mal am Tag gibt es den Amazonlink, garniert mit „Fünf Sterne für mein Buch!“ und es ist die eine uralte Rezension von Tante Erna aus dem Jahr 2013.
Werbung, die mich anspricht, ist (selbst)ironisch, originell und lädt mich dazu ein, sich überhaupt erst mit dem beworbenen Inhalt zu befassen.
Das, was für „Seiten der Welt“ gemacht wurde, fand ich toll.
Releasepartys auf Facebook sind auch toll. Oder Marie Graßhoffs tolle „Kernstaub Geburtstagsparty“ letztes Jahr. Das war genial.
Wenn das dann natürlich alle machen, wird es stressig. Dann ist man auf einmal bei 50 Releasepartys von Büchern, von deren Autoren man noch nie gehört hat.
Es muss überall das richtige Maß sein.

?In den Sozialen Medien gibt es täglich Gewinnspiele rund um Bücher. Denkst du, der Markt ist übersättigt oder bringt das dem einzelnen Buch tatsächlich mehr Aufmerksamkeit? 
Gute Frage. Übersättigt ist der Buchmarkt grundsätzlich nie.
Neue Zeiten, neuer Zeitgeist, neue Geschichten über neue Probleme. Ich liebe beispielsweise Klassiker heiß und innig, aber beim gemütlichen Diskutieren mit anderen Klassikerlesern kommt dann ganz oft in Bezug auf Romane wie „Die Leiden des jungen Werther“ der Satz „Heutzutage hätte es nicht dazu kommen müssen, dass er sich erschießt, denn heutzutage ist die Gesellschaft so, dass…“
Damit meine ich nicht, dass alte Geschichten schlecht sind. Ich liebe alte Geschichten. Aber wir brauchen auch neue Geschichten. Und da die Zeiten sich schnell ändern und die Lebensentwürfe nicht mehr so determiniert sind, wie noch vor wenigen Jahrzehnten, brauchen wir immer mehr davon.
Ob es dem einzelnen Buch etwas bringt, ist eine andere Frage. Natürlich freue ich mich, wenn ich ein Buch gewinne. Aber wenn ich bei einem Gewinnspiel mitmache, dann für Bücher, die ich in der Regel ohnehin auf dem Schirm habe. Erst neulich habe ich zum fünften oder sechsten Mal bei einem Gewinnspiel für ein- und das selbe Buch mitgemacht. Und versprach ganz frustriert: Also wenn ich es JETZT schon wieder nicht gewinne, dann kaufe ich es mir.
Und jetzt ist es gekauft.
Umgekehrt – wenn ich ein Buch, das ich gewonnen habe, dann auch auf dem Blog rezensiere, steigere ich indirekt natürlich die Sichtbarkeit des Buches. Aber das ist dann nicht mehr die Direktwirkung durch das Gewinnspiel selbst, sondern die Sekundärwirkung meiner Rezension.
Darum antworte ich auf diesen Teil der Frage mal mit „Ich weiß es nicht“.

Zum Abschluss möchte ich dir für dieses Interview ganz herzlich danken! Es war spannend und interessant, mal etwas mehr über dich zu erfahren. Vielleicht magst du uns zum Abschied ein Foto deines Bücherregals zeigen, falls vorhanden?
Ich danke dir für diese tolle Möglichkeit!
Und ich zeige mal dieses Bild – auf dem das Regal durch einen künstlerischen Filter ein wenig künstlerisch und dadurch nicht so völlig unordentlich aussieht. Es ist eins von vier (auf zwei Haushalte verteilt), außerdem ist die ganze Wohnung voller Bücher.

Unordentlich? Wo?