Donnerstag, 18. Februar 2016

Betteln um Likes oder Dienst am Leser?

Facebook-Nerds - Wir wollen doch nur euer Bestes: Likes 


Am vergangenen Wochenende ging die Reichweite meiner Facebookseite in den Keller. Ich habe nicht wirklich etwas getan, was das hätte auslösen können, abgesehen davon, dass ich meine Werbeposts in Gruppen eingeschränkt habe. Die habe ich eh immer nur einmal die Woche erledigt, wozu ich aber nicht so regelmäßig gekommen war und schon wird meine Seite nicht mehr gefunden. Für die Verkaufszahlen meines Buchs sind die Werbeposts ohnehin irrelevant gewesen. Mit der Reichweite verschwanden nun aber auch die Kommentare und Likes zu einzelnen Postings und gezieltes Nachfragen bei einzelnen Lesern scheint darauf hinzudeuten, dass meine Beiträge auf deren Timelines gar nicht mehr erschienen sind. Was schade ist, wenn ausgerechnet Leseproben auf einer Autorenseite nicht gefunden werden, während das morgendliche "Erst mal einen Kaffee"-Bild anscheinend regelmäßig auftaucht. Das macht mich traurig und auch ein bisschen machtlos. Mag man denn meine buchrelevanten Beiträge nicht? Gehe ich den Leuten auf den Geist, wenn ich immer wieder erwähne, dass ich übrigens auch schreibe und nicht nur täglich ein hübsches Bildchen mit passendem Spruch einstelle? Eigentlich bin ich auf Facebook doch hauptsächlich deswegen, damit man auf mich als Autorin aufmerksam wird, aber das wird immer schwieriger.

Foto (c) Pixabay

Facebook möchte Geld verdienen

Natürlich bietet mir Facebook die Lösung an und zeigt mir täglich um wie viel Prozent ich die Sichtbarkeit meiner Posts steigern könnte, wenn ich sie zum bezahlten Beitrag mache und sie der "Zielgruppe" so auf die Timeline zwinge. Doch das möchte ich nicht aus mehreren Gründen. 

Zum einen habe ich es schon mal ausprobiert, vor allem zur Erstveröffentlichung, bei Gewinnspielaktionen oder meiner Spendnaktion im Dezember. Aktionen, auf die ich wirklich hinweisen wollte. Und selbst dafür brachte die Werbung unterm Strich gar nichts. Mal ehrlich, wer von uns klickt denn auch wirklich auf die "gesponserten Beiträge", die immer wieder nach unserem wahrscheinlichen Geschmack ausgewählt auf der Timeline aufploppen? Mir ist es schon passiert, dass ich aus Versehen drauf geklickt habe, aber nicht absichtlich. Und wenn, bin ich gleich wieder abgehauen. So würde es wohl auch denen gehen, denen ich mich mit meiner Autorenseite aufzwängen würde.

Zum anderen weigere ich mich, Geld in eine wenig aussichtsreiche Werbekampagne zu stecken, das ich besser woanders investiere, z. B. in ein vernünftiges Lektorat oder Schreibwerkzeug. 

Die Lösung liegt beim Leser

Natürlich kann ich niemanden zwingen, meine Seite interessant zu finden oder mir regelmäßig zu folgen. Möchte ich auch gar nicht. Aber ich glaube, dass es Leute gibt, die gerne lesen würden, was ich so zu sagen habe, mich aber aus den Augen verlieren, weil Facebook aussortiert. Darum ein paar Tipps, wie Ihr dem entgegenwirken könnt: 

Wenn man eine Facebookseite mit gefällt mir markiert, ist das ein Anfang, aber wer dann nicht dran bleibt, wird sie wieder aus den Augen verlieren. Nur für die ersten paar Tage werden Beiträge der Seite vermehrt angezeigt, danach wird die "alte Seite" von später gelikten Seiten überrollt.

Darum gibt es Mittel und Wege, die Seite sichtbar zu halten: Zusätzlich zum Like für die Seite kann man unter dem Knopf "Gefällt mir" auswählen, dass die Beiträge dieser Seite zuerst angezeigt werden. Das möchte man am Anfang vielleicht nicht, weil man noch nicht weiß, wie oft und wie interessant die Beiträge sein werden. Sollte einem aber gefallen was man sieht, kann man diese Option auch später jederzeit zuschalten.

Wer mag, kann auch die Benachrichtigungen für die Seite aktivieren, so wird jedesmal, wenn ein Post auf der Seite erscheint, ein Hinweis unter dem kleinen Globussymbol oben rechts in Facebook erscheinen. Ich persönlich habe festgestellt, dass mich das auf Dauer nervt, denn ich habe nicht immer genau zu dem Zeitpunkt Lust und Muße, auf der Seite zu stöbern und die rote Markierung schreit einen förmlich an, endlich hinzuklicken. Das sollte also jeder für sich selbst ausprobieren und dann nach Gusto entscheiden. 

Zu Beginn erscheinen Posts einer neu gelikten Seite vermehrt auf der eigenen Timeline. In dieser Zeit wird es einem noch leicht gemacht, durch regelmäßiges Liken und - noch effektiver - Kommentieren der einzelnen Beiträge, die Seite zu etablieren. Je mehr man interagiert, um so mehr werden einem die Beiträge auch angezeigt, die von der Seite gepostet werden. Doch das hört auf, sobald man selbst weniger aktiv mit der Seite kommuniziert. Da reicht auch schon ein kleiner Facebook-Urlaub. 


Seiten und Beiträge liken, kommentieren, teilen und taggen
um auf dem Laufenden zu bleiben

Die Sichtbarkeit einer Seite hängt davon ab, wie viel Interaktion einzelne Posts erfahren. Wenn also Beiträge viele Daumen und Kommentare erhalten, von Lesern geteilt und Freunde darin getagged werden, ist das für die Seite selbst ein Fest. Je sichtbarer dieser eine Beitrag wird, um so sichtbarer werden auch die übrigen Posts, die noch nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Die Leser helfen also dabei, ihre Lieblingsseite für alle sichtbarer zu machen und zu halten. Als Seitenbetreiber kann man nie so viel Einfluss darauf nehmen, wie die Leser selbst. Wir brauchen da also eure Hilfe! Wenn euch eine Seite wirklich gefällt, zeigt es uns, teilt, tagged, liked und kommentiert, so oft ihr die Möglichkeit habt, wenn Ihr wollt, dass die Seite erfolgreich wird und bleibt. Nicht umsonst ist das die Strategie der Clickbait-Seiten, die mit möglichst dramatischen, kontroversen oder reißerischen Artikeln so viele Menschen wie möglich ansprechen und zum Klicken verleiten wollen. Niemand, der halbwegs seriös ist, möchte so aggressiv um Likes betteln; ich auch nicht. Also müssen wir auf die Leser hoffen. 

Ich persönlich habe neben der Autorenseite auch mein persönliches Profil für Leser geöffnet. Wer mich hier abonniert, wird alle öffentlichen Beiträge angezeigt bekommen, die die Beiträge meiner Autorenseite spiegeln. Dies mache ich, weil die Sichtbarkeit eines Profils etwas höher ist als die einer Facebookseite. Das Prinzip läuft aber genau wie auf der Seite. Ohne Likes und Kommentare werde ich auch für Abonnenten unsichtbar im Laufe der Zeit. 

Foto (c) Pixabay

Freundschaftsanfragen und die Netiquette

Ich nehme auch Freundschaftsanfragen von Lesern und/oder Autorenkollegen an. Allerdings behalte ich mir vor, auszusortieren. Wer so gar keine gemeinsamen Interessen auf  seinem öffentlich einsehbaren Profil zeigt und mir auch sonst nicht mitteilt, warum er mit mir befreundet sein möchte, den lehne ich ab. Es gibt zu viele merkwürdige Subjekte, die Freundschaftsanfragen aus nicht ganz so freundlichen Motiven heraus versenden. Wenn also euer Profil so dicht ist, dass man nichts darauf erkennen kann, bevor man die Freundschaftsanfrage angenommen hat, schickt mir eine persönliche Nachricht und stellt euch kurz vor. Ich freue mich über alle ernst gemeinten Anfragen und so lange ich noch Freunde akzeptieren kann (FB setzt eine Obergrenze bei 5000 Personen), akzeptiere ich die auch. Ein kleiner Bonus dabei ist, dass Ihr als Teil meiner Freundesliste hin und wieder ein paar private Ausschnitte meines Lebens mitbekommt. Das wird nicht die intimste Information sein, aber Ihr habt so die Möglichkeit, mich etwas näher kennenzulernen, vielleicht mal in einem kleinen Chat ein paar Worte zu wechseln oder zu sehen, womit ich mich sonst noch so beschäftige neben dem Schreiben. Exklusive Leseproben und Anekdoten aus dem Schreiballtag gibt es auch immer mal wieder. 

Ich möchte aber schon vorab darauf hinweisen, dass ich keinen Wert auf politische Diskussionen oder persönliche Angriffe lege und auch keine Hemmungen habe, Freundschaften wieder zu beenden, wenn sie mir nicht gut tun. Wer nicht damit klar kommt, dass ich Katzen mag, Veganerin bin und ab und zu zu Spenden für den Tierschutz aufrufe, der sollte davon absehen, mir eine Facebookfreundschaft anzubieten. Ich bin auch nicht pausenlos online und manchmal reagiere ich nicht oder erst sehr spät. Das geschieht nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil ich noch ein Leben neben den Sozialen Medien habe. 

Und damit schließe ich diesen Artikel auch, das Leben ruft und möchte gelebt werden. Bleibt mir treu, schenkt mir Likes, wenn euch meine Beiträge gefallen und erzählt euren Freunden davon. Dieser Artikel darf übrigens auch gerne geteilt werden, denn die Informationen darin gelten für jede Facebookseite. 

Man liked sich! 




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